Österreich muss sich jetzt warm anziehen:
Mitterlehner setzt auf freiwilliges Sparen
- Gas-Großkunden sollen ihren Verbrauch umstellen
- Versorgungssicherheit bei Haushalten für drei Monate

·Wärme & Kochen nun nicht mehr gesichert
Holzofen als alternativen Wärmelieferant einsetzen
·Eigene Versorgung mit Energie notwendig
Rufe nach Ausbau der Wasserkraft werden laut
·EU soll umstrittenen Gastransit beobachten
Russland und Ukraine akzeptieren Beobachter
·Atomenergie boomt aufgrund der Gaskrise
Slowakei will Bohunice jetzt wieder einschalten
·Gaslieferungen nach Österreich eingestellt
Russland dreht Europa
den Gashahn gänzlich zu
·Gas vor allem an
Industrie und E-Werke
Haushalte benötigen
nur knapp ein Fünftel
·Putin demonstriert
im Gasstreit Härte
Kiew soll Lieferungen an
EU unterbrochen haben
Weite Teile Europas leiden unter der dramatischen Zuspitzung des Gas-Konflikts zwischen Russland und der Ukraine. Seit Mittwoch fließt - trotz massiver Proteste der EU - kein russisches Gas mehr über die Ukraine nach Westeuropa. In Österreich hat Wirtschaftsminister Mitterlehner angeregt, es könne jeder zum Sparen beitragen, wenn man die Temperatur in der Wohnung auch nur um einen Grad senke.
Damit würden sechs Prozent eingespart. Zu frieren brauche in Österreich aber niemand, sagte Mitterlehner in der "Zeit im Bild 2". Die Bevölkerung angesichts des russischen Gaslieferstopps direkt zum Heizverzicht aufzufordern, vermied der Ressortchef jedoch. Am Nachmittag hatte der Minister ein Maßnahmenpaket zur Versorgungssicherung präsentiert: Durch die Steuerung des Verbrauchs der Gas-Großkunden und durch Umstellung der Gaskraftwerke auf Öl oder Kohle soll die Versorgung in den nächsten Wochen für alle gesichert werden, erklärte er nach der Sitzung des Energielenkungsbeirats.
Versorgungssicherheit für drei Monate
Für die Haushalte bestehe ohnehin Versorgungsssicherheit mit Gas für drei Monate, versicherte Mitterlehner. Dies bestätigte E-Control-Chef Walter Boltz unter Verweis darauf, dass die Gasspeicher zu etwa 60 Prozent gefüllt seien.
In Südosteuropa froren unterdessen Zehntausende angesichts des Lieferstopps in kalten Wohnungen. Beide Streitparteien geben sich die Schuld an der Eskalation. Die EU warnte Moskau und Kiew vor Konsequenzen und forderte zur Wiederaufnahme der Lieferungen auf. Beide Länder wollen an diesem Donnerstag neue Verhandlungen über die Beilegung ihres Gas-Konflikts aufnehmen.
Die deutsche Bundeskanzlerin Merke telefonierte am Abend mit dem russischen Ministerpräsident Putin. Auf Vorschlag der EU und Merkels wollen Russland und die Ukraine neutrale Experten zur Klärung der Lieferblockade und zur Kontrolle der Weiterleitung des Gases zulassen.
(apa/red)

