Putin demonstriert im Streit ums Gas Härte:
Ukraine soll EU-Lieferungen blockiert haben
- Delegation der EU will zwischen Ländern vermitteln
- Russland wirft Ukraine vor, Gas gestohlen zu haben
·Gasleitung Moskau-
Wien bleibt weiter leer
Trotz Lieferausfall bleibt Versorgung aufrecht

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat angekündigt, im Gasstreit mit der Ukraine nicht einlenken zu wollen. Er warf der Regierung in Kiew vor, die Gaslieferungen nach Europa unterbrochen zu haben. Zugleich wies er den Gasversorger Gazprom an, die täglichen Lieferung nach Europa durch die Ukraine weiter um 15 Prozent zu kürzen, um damit Verluste für von Kiew beschlagnahmtes Gas auszugleichen.
Das ukrainische Gasunternehmen Naftogaz macht umgekehrt Russland für die Lieferengpässe verantwortlich. Nach Angaben von Naftogaz hat Gazprom seine Erdgaslieferungen in die EU-Länder um etwa zwei Drittel gekürzt.
"Einzige Lösung" am Verhandlungstisch
Russland und die Ukraine sind nach Angaben der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft allerdings zu neuen Gesprächen zur Beilegung ihres Gasstreits bereit. Die "einzige Lösung" der Krise sei eine direkte Rückkehr an den Verhandlungstisch, sagte Tschechiens Industrieminister Martin Riman am Dienstag nach einem Treffen mit dem Vize-Chef des russischen Energielieferanten Gazprom, Alexander Medwedew, in Berlin. "Die russische Seite ist bereit, diesen Schritt zu machen. Wir sind es auch. Und nach den Gesprächen in Kiew denke ich, dass die ukrainische Seite auch bereit ist", fuhr Riman fort. Die EU-Delegation hatte sich vor ihrer Ankunft in Berlin mit ukrainischen Vertretern in Kiew getroffen.
Die EU sei nicht in der Position darüber zu urteilen, welche der beiden Streitparteien im Recht sei, fuhr Riman fort. Aber sie wisse, dass sie es sich nicht leisten können, dass Kunden in Europa auf ihre Gaslieferungen warten müssten. Der aktuelle Streit zwischen der Ukraine und Russland um die Lieferbedingungen für russisches Gas beeinträchtigt derzeit auch die Lieferungen nach Westeuropa. Viele europäische Staaten hatten am Dienstag plötzliche Versorgungsausfälle gemeldet.
Nächste Verhandlungen in Kürze
Russland will mit seinen europäischen Partnern am kommenden Donnerstag in Brüssel über die Energieversorgung sprechen. Dies teilte der Gazprom-Chef Alexej Miller bei einem Treffen mit Putin in Moskau mit, wie der Fernsehsender Westi 24 berichtete. Zugleich beschuldigte Miller die Ukraine, "fast 15 Prozent" des russischen Gases, das durch die Leitungen des Landes nach Europa geleitet werde, zu stehlen. Russland hatte am 1. Jänner seine Gaslieferungen an die Ukraine wegen des Streits gestoppt. (apa/red)

