Peinliche Pannen im Madoff-Skandal: Versäumnisse der US-Finanzmarktaufsicht
- Acht Prüfungen und zwei Gespräche ohne Verdacht
- Schneeballsystem bei Behörde durchgeschummelt

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Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte um den ehemaligen US-Broker Madoff hat der Chefprüfer der US-Börsenaufsicht SEC, David Kotz, eine schonungslose Untersuchung des Verhaltens der eigenen Behörde zugesagt. Die Ermittlungen seien im Gange, und er könne versprechen, dass sie unabhängig und so hart sein würden wie nötig, sagte er vor dem Finanzausschuss des US-Abgeordnetenhauses.
Madoff, der seit Dezember in seinem Luxus-Appartement im New Yorker Stadtteil Manhattan unter Hausarrest steht, könnte unterdessen nun doch in Untersuchungshaft landen. In einer gerichtlichen Anhörung am Montag warf ihm die Staatsanwaltschaft vor, Wertgegenstände aus seinem persönlichen Besitz an andere Parteien verschickt und damit gegen Kautionsauflagen verstoßen zu haben. Im Zuge des Verzichts auf eine U-Haft hatte das Gericht das Einfrieren von Madoffs Vermögenswerten verfügt. Bei den verschickten Gegenständen im Gesamtwert von etwa einer Million Dollar soll es sich nach Medienberichten zum Teil um Juwelen handeln.
Mit der Anhörung des Finanzausschusses war es das erste Mal, dass sich der Kongress mit dem Betrugsskandal beschäftigte. Im Mittelpunkt stand die Frage, warum die SEC-Kontrolleure dem massiven Betrug trotz zahlreicher Warnzeichen nicht auf die Spur kamen. So hatte am Montag das "Wall Street Journal" berichtet, dass die SEC und andere Behörden die Geschäfte Madoffs in den vergangenen 16 Jahren mindestens achtmal unter die Lupe genommen haben. Dennoch flog das mutmaßlich 50 Milliarden Dollar schwere "Schneeball-System" mit vielen Geschädigten auch in Europa nicht auf.
(apa/red)

