Mittwoch, 7. Jänner 2009

ÖSV freut sich über dritten Siegspringer:
Eine "wunderschöne Entwicklung" im Team

  • Pointner zufrieden: "Das war eine Glanzleistung"
  • 19-jähriger Schlierenzauer bewies "höchste Klasse"

Die Verantwortlichen im ÖSV-Springerlager haben nach dem ersten Gesamtsieg bei der Vierschanzen-Tournee seit neun Jahren durch Wolfgang Loitzl eine weitgehend positive Bilanz gezogen. "Ich bin natürlich sehr zufrieden. Es ist eine wunderschöne Entwicklung, dass wir einen dritten Siegspringer dazubekommen haben", betonte ÖSV-Sportdirektor Toni Innauer nach dem nicht erwarteten Gesamtsieg Loitzls mit drei Tageserfolgen. "Das war eine Glanzleistung", stimmte Cheftrainer Alexander Pointner in die Lobeshymnen mit ein.

Während Loitzl sich seiner Siege erfreut, verpasste Skiflugweltmeister Gregor Schlierenzauer das erste große Saisonziel und Weltcup-Titelverteidiger Thomas Morgenstern, der den WM-Titel als oberste Priorität genannt hatte, steht sechs Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaften weiterhin ohne Podestplatz da. "Schmecken tut es ihm garantiert nicht, er wollte die Tournee gewinnen. Gregor hat aber mit Anstand verloren. Es ist ein Stockerlplatz und er wird mit einer gewissen Distanz stolz darauf sein", sagte Pointner über die Tournee-Leistung von Schlierenzauer.

"Allerhöchste Klasse"
"Wenn er so weiterarbeitet, wird auch der Tournee-Sieg einmal kommen, es ist nur aufgeschoben", so Pointner. Der seit Mittwoch 19-jährige Tiroler hatte es lediglich bei seinem Heimbewerb in Innsbruck auf das Podest geschafft, dreimal blieb dem zweifachen Saisonsieger nur Rang vier. "Gregor hat seine Genialität noch nicht ganz zeigen können. Aber wenn man in dem Alter bei der Tournee erneut am Stockerl ist, ist das allerhöchste Klasse", kommentierte Innauer die Auftritte des Tirolers. "Ich bin nicht enttäuscht. Mit so hohen Zielen kann man fast nur verlieren", meinte der Angesprochene.

Doppel-Olympiasieger Morgenstern war seinem ersten Top-3-Platz der Saison nur in Garmisch und Innsbruck als Sechster bzw. Fünfter nahe gekommen. "Es ist noch einiges an Arbeit nötig, das ist klar", meinte Pointner zu den WM-Chancen des Weltcupsiegers. "Er hat es im Moment wahrscheinlich am schwersten. Der Stand, auf dem er ist, ist ja handwerklich sehr gut. Da sind auch die Trainer gefordert, um ihn den fehlenden kleinen Schritt weiterzubringen", sagte Innauer.

"Dann hüpft einem fast das Herz heraus"
"Die Österreicher haben super Leistungen gebracht. Wenn dann noch einer aus Bad Mitterndorf die Tournee gewinnt, dann hüpft einem fast das Herz heraus", freute sich der zweimalige Tournee-Sieger Hubert Neuper, der in Loitzls Heimat Bad Mitterndorf am Wochenende zwei Skiflug-Weltcupbewerbe ausrichtet.

"Es geht nahtlos in den Kulm über und wir sind auch dafür bereit", betonte Pointner, der seinen ersten Tournee-Titel als ÖSV-Cheftrainer in der Tasche hat. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2004 durfte der 38-Jährige bereits über fünf Team-Goldmedaillen bei Großereignissen sowie Einzelsiege von Thomas Morgenstern bei Olympia 2006 und den Skiflug-WM-Titel von Gregor Schlierenzauer im Vorjahr jubeln.
(apa/red)

7.1.2009 11:55