Zwei Fragezeichen vor WM-Riesentorlauf:
Nur Raich und Reichelt haben ihren Fixplatz
- Routiniers Görgl und Gruber zeigen sich selbstkritisch
- Auch Schörghofer, Hirscher und Baumann hoffen noch

Bereits 34 Tage vor dem WM-Rennen hat in Adelboden die Generalprobe der Riesentorläufer stattgefunden. Hinter der Aufstellung der vier ÖSV-Läufer für das Rennen am 13. Februar in Val d'Isere stehen allerdings weiter zwei Fragezeichen, fix dabei in Frankreich sind lediglich Benjamin Raich und Hannes Reichelt.
Hoffnungen auf die zwei freien Plätze dürfen sich mit Philipp Schörghofer (88 Weltcup-Punkte), Marcel Hirscher (86), Romed Baumann (80), Christoph Gruber (60) und Stephan Görgl (41) gleich fünf Mann machen. Herren-Cheftrainer Toni Giger wird sich also bis zur WM wieder einmal ordentlich den Kopf zerbrechen müssen, allerdings nicht nur im Riesentorlauf.
Raich Österreichs einziger Sieganwärter
Raich ist und bleibt Österreichs aktuell einziger verlässlicher Sieganwärter im Riesentorlauf, das hat der Tiroler auch wieder am Samstag mit seinem Triumph in Adelboden eindrucksvoll bewiesen. Der 30-jährige Doppel-Olympiasieger 2006 führt nach fünf von acht Saisonrennen im Riesentorlauf-Weltcup und zählt damit logischerweise auch in Val d'Isere zu den heißesten Goldanwärtern.
Was passieren kann, wenn Raich auslässt bzw. ausfällt, haben die ÖSV-Herren bei der WM 2007 schmerzhaft erlebt, damals war beim historischen Debakel in Aare Hermann Maier als bester Österreicher 21. geworden.
Reichelt hat Podestplatz aufzuweisen
Reichelt kämpft zwar derzeit mit zahlreichen Wehwehchen und ist in Adelboden nach Sturz ausgeschieden, sein WM-Ticket im Riesentorlauf hat der Salzburger aber dank seines dritten Platzes in Alta Badia in der Tasche. Außer Raich und Reichelt hat nämlich kein Österreicher einen Stockerlplatz in dieser Disziplin zu bieten.
Gruber und Reichelt selbstkritisch
Auch nicht die beiden Routiniers Stephan Görgl und Christoph Gruber, die nach wie vor auf der Suche nach dem entscheidenden Erfolgserlebnis sind und punkto WM-Qualifikation zittern müssen. "Mit so einer Leistung wie in Adelboden hat man bei einer WM sowieso nichts verloren", zeigte sich Görgl nach Rang 23 sehr selbstkritisch.
Der 30-jährige Steirer hadert, dass er die durchaus vielversprechenden Trainingsleistungen nach wie vor nicht im Rennen umsetzen kann. "Das ist frustrierend, weil es im Training super läuft. Aber was soll's, ich muss weiterkämpfen", sagte Görgl, dem nach eigenem Ermessen aktuell Sicherheit, Leichtigkeit und Schnelligkeit fehlen. Die Chance auf einen Riesentorlauf-Start bei der WM hat Görgl abgeschrieben, "zum Glück habe ich aber noch eine zweite im Super-G".
Wie Görgl setzt jetzt auch Gruber voll auf den Super-G, beim Tiroler kommen noch dazu auch Chancen in der Abfahrt hinzu. Aber auch Gruber jagt eher verunsichert dem Befreiungsschlag noch hinterher. In Adelboden war der Tiroler auf einem sehr guten Weg gewesen, nach Rang drei im ersten Lauf fiel der 32-Jährige aber dann im Finale auf Platz 13 zurück. "Die WM zählt für mich zurzeit nicht, ich kämpfe derzeit um meine Form. Und eine WM ohne Form macht sowieso keinen Sinn."
Ein Blick auf das Weltcup-Programm bis zur WM stärkt jedoch die Zuversicht Grubers, denn unmittelbar vor den Titelkämpfen steht am 1. Februar eine Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen auf dem Programm. Und im deutschen WM-Ort 2011 hat Gruber gleich drei seiner bisher fünf Weltcup-Siege gefeiert.
(apa/red)
