Österreichs Hoffnungen ruhen auf Zettel:
Riesentorläuferin in Marburg unter Favoriten
- Ausfall von Schild und Hosp wiegt besonders schwer
- Deutsche Riesch geht auf 4. Slalom-Sieg in Folge los

·Fifty-fifty-Chance für
Hosps WM-Teilnahme
Heilung des Knies verläuft
derzeit vielversprechend
·Schlechte Nachricht
für das ÖSV-Feldlager
Pechvogel Grugger mit nächstem Kreuzbandriss
Im Vorjahr haben Österreichs Damen in den alpinen Ski-Bewerben in Marburg einen Doppelsieg gelandet, Elisabeth Görgl hatte sich im Riesentorlauf durchgesetzt und damit ihr erstes Weltcuprennen gewonnen, Nicole Hosp war im Slalom nicht zu schlagen. 2009 ist die Ausgangslage eine andere. Nachdem Hosp und Marlies Schild verletzt ausfallen, ruhen am Wochenende in beiden Bewerben (jeweils 9:15/12:15 Uhr/live auf news.at) die ÖSV-Hoffnungen auf Kathrin Zettel. Im Riesentorlauf ist die zweifache Saisonsiegerin aus Niederösterreich trotz aktueller Magenprobleme zu favorisieren, im Slalom geht die Deutsche Maria Riesch auf den vierten Sieg in Serie los.
Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Hosp in Zagreb hat niemand im ÖSV-Technikerinnenteam den Kopf hängen lassen. Sicher fehlt es momentan an Schlagkraft, aber nicht an Motivation. Mit dem Druck, plötzlich die Nummer Eins in der Mannschaft zu sein, kann Zettel umgehen. "Die Kathi steckt das relativ locker weg, sie konzentriert sich auf sich", sagte ÖSV-Techniktrainer Roman Kneisl, dessen Damen nach zwei Tagen auf Slalom-Skiern am Freitag in Hinterreit/Maria Alm Riesentorlauf trainiert haben und am späten Vormittag nach Slowenien reisten.
Im letzten Training nicht dabei war aber Zettel, die sich mit Magenschmerzen herumplagte. Ihr Einsatz in den Wochenendbewerben nahe der steirischen Grenze sollte aber nicht gefährdet sein. "Der Tag Pause ist eine Vorsichtsmaßnahme, damit es besser und nicht schlimmer wird", meinte dazu Kneisl. Zettel hat heute im Riesentorlauf die Chance, das Rote Trikot der Ersten im Disziplinweltcup zu übernehmen, auf die führende Finnin Tanja Poutiainen fehlen ihr 33 Punkte.
Görgl (Saisonplatzierungen 20, 3, 4, 7) und Kirchgasser (11, Ausfall, 5, 10) haben im Riesentorlauf noch Verbesserungspotenzial, weitaus niedriger sind die Erwartungen an die vielen jungen Läuferinnen. Im Europacup am Dienstag auf der Lenzerheide hat gleich ein Trio aufgezeigt, Karin Hackl siegte, Carmen Thalmann wurde Dritte, Stefanie Köhle kam auf Platz vier. Im Nachtslalom am Donnerstag in Melchsee-Frutt (Schweiz) landete die für den SV Berg startende Thalmann auf dem zweiten Platz.
Zettel soll Kastanien aus Feuer holen
Wie es derzeit aussieht, steht und fällt nach dem Out von Schild und Hosp auch im Slalom alles mit der Leistung von Zettel, die auf dem Sljeme in Zagreb als Fünfte als einzige Österreicherin in die Wertung gekommen war. Die 22-Jährige hat auch in dieser Disziplin großes Potenzial, sie punktete nach einem Ausfall in Levi zum Saisonbeginn mit den Rängen fünf, drei, vier und fünf ordentlich, ein Sieg fehlt ihr in dieser Disziplin allerdings noch. Die Salzburgerin Kirchgasser fährt ihrer Form hinterher, in dieser Saison hat sie erst ein Top-Ten-Ergebnis zu Buche stehen und nach zuletzt zwei Ausfällen hofft sie auf die Trendwende.
Komplettiert wird das Aufgebot wie im Riesentorlauf mit jungen Läuferinnen aus dem Europacup. "Wir nehmen sie nach Marburg mit, weil es einfach wichtig ist, dass sie im Weltcup Erfahrung sammeln", sagte ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl. Leistungen wie jene einer Bernadette Schild, die sich am Semmering und in Zagreb für das Finale qualifizierte, seien "in Ordnung". Krank ist Simone Streng, die wegen einer Nierenbeckenentzündung von der Steirerin Hackl ersetzt wird.
Im Slalom-Weltcup führt Riesch mit 400 Punkten vor der US-Amerikanerin Lindsey Vonn (290), der Tschechin Sarka Zahrobska (284), der Finnin Tanja Poutiainen (256) und Zettel (200). "Die Form stimmt und ich möchte wieder um einen Podestplatz kämpfen. Gerade im Slalom fühle ich mich sicher und habe großes Selbstvertrauen", will Riesch ihre Erfolgsserie fortsetzen.
(apa/red)
