Dienstag, 6. Jänner 2009

Hosp hoft immer noch auf WM-Teilnahme:
RTL-Titelverteidigerin hat Startplatz sicher

  • "Man muss jetzt einfach die Entwicklung abwarten"
  • Pum: "Aber erzwingen kann man sowieso nichts"

Der WM-Riesentorlauf der Damen ist am 12. Februar und damit fünfeinhalb Wochen nach dem Sturz von Nicole Hosp beim Einfahren für den Weltcup-Slalom in Zagreb. Die behandelnden Ärzte rechnen mit einer sechswöchigen Skipause für die Bichlbacherin. Ob sich für die Titelverteidigerin jedoch möglicherweise ein Start in Val d'Isere ausgehen wird, kann niemand voraussagen. "Sie hat einen Fixplatz. Wenn es schneller heilt und alles passt, dann kann sie fahren. Aber erzwingen kann man sowieso nichts", sagte dazu ÖSV-Alpinchef Hans Pum im APA-Gespräch.

Die 25-jährige Hosp hat sich einen Riss des inneren Seitenbandes im linken Knie, einen Einriss des vorderen Kreuzbandes und eine Impressionsfraktur im vorderen Anteil des Schienbeinkopfes zugezogen. Pum hat mit der Läuferin ("Solche Verletzungen tun dir selber weh, da leidest du mit den Athleten mit") und den Ärzten telefoniert. "Wie realistisch es ist, einen WM-Start ins Auge zu fassen, das kann ich jetzt nicht sagen. Es ist klar, dass ein Arzt vorsichtig sein muss, das ist auch richtig. Man muss jetzt einfach die Entwicklung abwarten. Ich hoffe natürlich schon, dass die Heilung schneller vor sich geht. Und wenn sich die WM ausgeht, wäre das natürlich eine gute Geschichte - auch für sie", weiß Pum.

Denn für Rennläufer sei es enorm wichtig, nach Verletzungen möglichst schnell zurückkommen zu wollen. "Diesen Gedanken muss ich fassen. Wenn ich in der Saison noch fahren will, dann muss ich sowieso immer denken, dass die Heilung schnell vor sich geht und ich schnell wieder gesund bin, denn sonst kann ich eh schon ein Hakerl machen", versetzte sich der Alpinchef in die Läuferin. Auch seien die Therapien, die Leistungssportler nach Verletzungen machen, nicht vergleichbar mit jenen von Normalverbrauchern.

Das letzte Wort liegt aber bei den Medizinern und bei Nicole Hosp selbst. "Schlussendlich wird sie mit einem Arzt entscheiden, ob sie starten kann oder nicht. Das kann kein Trainer machen, das muss sie selbst wissen", meinte Pum. Und Nicole Hosp wird sicher kein unnötiges Risiko eingehen. Wenn sie in dieser Saison noch Weltcup-Rennen fährt (der Weltcup geht nach der WM noch bis Mitte März), dann könnte sie den Verletztenstatus wieder verlieren. Das Highlight im kommenden Winter sind die Olympischen Spiele in Vancouver.
(apa/red)

6.1.2009 12:24