Spanien und Italien trifft Finanzkrise hart:
Österreich & Deutschland bleiben verschont
- Hälfte der Premier-League-Vereine auf Käufersuche
- Spanischer Tabellenzweite Valencia droht die Pleite
Am österreichischen Profifußball schrammen die Auswirkungen der internationalen Wirtschaftskrise unbemerkt vorbei. Der Grund ist einfach: Internationale Großsponsoren und damit einhergehende Rekordgagen für Spieler sind hierzulande seit Jahrzehnten Mangelware. Ganz anders sieht die Situation im krisengebeutelten Spanien, im verschuldeten England und im notorisch suspekten Italien aus.
In England sind die Hälfte der 20 Premier-League-Vereine auf Käufersuche. In Spanien ist sogar der Tabellenzweite existenziell von den Auswirkungen der Finanzmisere betroffen: Der FC Valencia steht vor einem Schuldenberg von 650 Millionen Euro, zudem ging auch noch der Sponsor pleite. Sechs Millionen hätte der pro Saison zahlen sollen. Racing Santander und Deportivo La Coruña spielen überhaupt ohne Sponsorwerbung am Trikot.
In Italien skizziert Milan-Vizepräsident Adriano Galliani die Situation so: Die Klubs finanzieren sich nicht selbst. Bislang wurde das Defizit in den Bilanzen von den Besitzern gedeckt. Die Unternehmen sind jetzt aber weniger reich und werden zunehmende Schwierigkeiten haben, die Fußballklubs zu finanzieren. Einzig die deutsche Bundesliga scheint derzeit annähernd schadlos durch die Krise zu schlittern. Eine Folge des Finanzdesasters wird jedenfalls sein, dass sich die Preise und Gehälter der Kicker etwas normalisieren.
(apa/red)
