Sonntag, 11. Jänner 2009

Protestmarsch in eisiger Kälte: 4.000 Leute bei Anti-Israel-Demonstration in Bregenz

  • Vorarlberg: Kundgebung lief ohne Zwischenfälle ab
  • Viele Teilnehmer aus der Schweiz und Liechtenstein

Geschätzte 4.000 Personen haben beim Musikpavillon in den Bregenzer Seeanlagen gegen die israelischen Angriffe im Gaza-Streifen protestiert. Nach einer Kundgebung folgte ein etwa einstündiger Protestmarsch durch Bregenz. Männer, Frauen und Kinder fanden sich trotz eisiger Kälte ein, um mit türkischen, palästinensischen und arabischen Fahnen, mit Musik sowie Sprechchören gegen die israelische Offensive zu protestieren. Zwischenfälle gab es vorerst keine.

Angekündigt waren rund 1.000 Teilnehmer, es jedoch großen Zulauf zu der von der AIF (Österreichische Islamische Föderation) organisierten Demonstration. Zahlreiche islamische Kultur- und Sportvereine beteiligten sich an dem Protest. "Stoppt den israelischen Terror" und "Wir sind alle Palästinenser" war in zwei Sprachen auf den weißen T-Shirts der vereinseigenen Ordner zu lesen. Die Demonstranten hatten zudem Plakate und Schilder mitgebracht mit Slogans wie "Verteidigungskrieg gegen Kinder?", "Lasst Gaza leben" oder "Wir wollen Frieden". Viele trugen als Zeichen der Solidarität Palästinensertücher.

"Keine muslimische Demo"
"Das ist keine rein muslimische Kundgebung. Uns geht es um die unschuldigen Zivilisten, um die Kinder, die getötet werden", erklärte ein junger Bursche, der Fähnchen an die ankommenden Teilnehmer verteilte. Ähnlich sah es ein anderer Demonstrant. "Als dreifacher Vater will ich da nicht einfach nur zusehen. Ich bin gegen diesen Krieg", betonte er. Er hoffe auf Obamas Vermittlung in dem Konflikt. Aus den Autokennzeichen auf dem Festspielhaus-Parkplatz war zu schließen, dass auch viele Teilnehmer aus Liechtenstein und der Schweiz angereist waren.

Die Polizei begleitete den Protestzug, der über den Busbahnhof, die Fußgängerzone, die Rathausstraße und das Fahnenrondell über die Seeanlagen zurück zum Pavillon führte. Mit Zwischenfällen sei nicht zu rechnen, so Hans-Peter Ludescher, stellvertretender Vorarlberger Sicherheitsdirektor, zu Beginn der Veranstaltung. "Das ist kein Thema, wo Gegendemonstrationen oder Ähnliches zu erwarten wären", erklärte Ludescher. Eine geplante Kundgebung des mesopotamischen Kulturvereins zum selben Thema war wegen Teilnehmermangels abgesagt worden.

Grodemo in Brüssel
Mindestens 30 000 Menschen sind in Brüssel gegen die israelische Offensive im Gaza-Streifen auf die Straße gegangen. Am Rande der Demonstration kam es zu einigen Zwischenfällen, die Polizei setzte Wasserwerfer gegen gewalttätige Teilnehmer ein. Die Polizei sprach von 30 000 Teilnehmern, im belgischen Rundfunk RTBF war von bis zu 50 000 Demonstranten die Rede. Zu der Demonstration hatten Gewerkschaften und verschiedene Nichtregierungsorganisationen aufgerufen.

Ein belgischer Politiker, der für die frankophonen Liberalen an der Demonstration teilnahm, wurde von einem Steinwurf leicht am Kopf verletzt. Gegen Ende der Demonstration warfen einige Teilnehmer nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga ein Auto um und beschädigten ein Dutzend andere Wagen und ein Wartehäuschen. Etwa 100 Störer schlugen Schaufensterscheiben ein, nachdem die Kundgebung sich aufgelöst hatte. Die Polizei nahm rund zehn Menschen fest.

(apa/red)

11.1.2009 19:27