Dramatische Bilanz der Militäroffensive: Weitet sich zu humanitärer Katastrophe aus
- Hilfsorganisation appelliert an Staatengemeinschaft
- Vorübergehende Waffenruhen sind nicht genug

·30 schutzsuchende Zivilisten getötet
Haus im Gaza von Israelis
mehrfach bombardiert
·Rotes Kreuz fordert Zugang zu Verletzten
Israelische Armee verweigert Versorgung
·Israels Sportler im Ausland unter Druck
Athleten sehen sich mit Protesten konfrontiert
·Hunderte fordern:
"Lasst Gaza leben"
Solidaritäts-Demo vor
der UNO-City in Wien
·BILDER von Trauer und Wut aus Nahost
Verheerende Opferbilanz nach Luft- & Bodenkampf
Die internationale Gemeinschaft dürfe sich nicht mit vorübergehenden Waffenruhen zufriedengeben, forderte die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen: "Die Militäroffensive trifft die Zivilbevölkerung von Gaza ungehemmt, während medizinische Hilfsteams bei ihren Einsätzen weiterhin mit extremen Schwierigkeiten zu kämpfen haben."
Zudem trügen diese partiellen Maßnahmen, die darauf abzielen, die internationale Öffentlichkeit zu beruhigen, nicht zur Minderung der direkten Gewalt und des großen Leids der Bevölkerung Gazas bei, betonte Marie-Pierre Allié, Präsident der französischen Sektion von Ärzte ohne Grenzen.
Die Militäroffensive habe die im Gazastreifen gefangene Bevölkerung in Angst versetzt. Die Menschen würden sich nicht mehr aus ihren Häusern wagen, um medizinische Hilfe zu suchen. "Wie könnte irgendjemand glauben, dass eine solche militärische Dampfwalze die Zivilbevölkerung verschonen würde, die aus der dicht besiedelten Enklave nicht fliehen kann", argumentierte Joncret. Die Unsicherheit betreffe jedoch auch die Hilfsorganisationen: Mehrfach seien palästinensische humanitäre und medizinische Helfer getötet, Krankenhäuser und Rettungswagen bombardiert worden. "Die Unsicherheit ist derart hoch, dass unsere Bewegungsfreiheit sowie die Möglichkeit, Hilfe zu leisten, extrem eingeschränkt sind", erklärte Jesica Pourraz, Programmverantwortliche von Ärzte ohne Grenzen für Gaza.
Notaufnahmen überfüllt
Die Notaufnahmen der Krankenhäuser seien mit Verletzten überfüllt. In den ersten ersten zehn Tagen der Angriffe seien im Al Shifa Krankenhaus über 300 chirurgische Eingriffe durchgeführt worden. "Die sechs Operationssäle des Krankenhauses laufen am Rande ihrer Kapazität mit je zwei Operationen gleichzeitig pro Saal", berichtete Cécile Barbou, medizinische Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Gaza. Die palästinensischen Chirurgen und das medizinische Personal seien erschöpft vom Bemühen, der Zahl der Verletzten gerecht zu werden. Die Mehrheit der Notaufnahmen seien Schwer- und Mehrfachverletzte, die vor allem im Thorax- und Bauchbereich oder im Gesicht getroffen wurden.
Die Teams von Ärzte ohne Grenzen in Gaza, drei internationale Mitarbeiter und fast 70 Palästinenser, würden seit Beginn der Offensive ihr Möglichstes leisten, die palästinensischen Gesundheitseinrichtungen zu unterstützen und Verletzte zu versorgen. Derzeit würden außerdem 20 Mitarbeiter der Hilfsorganisation Hilfe direkt in den Wohnvierteln leisten und rund 40 Patienten pro Tag in ihren Häusern versorgen. "Was wir benötigen, ist der uneingeschränkte Zugang zu den Verletzten rund um die Uhr, sowie die Erreichbarkeit der Gesundheitseinrichtungen für die Zivilbevölkerung", forderte Pourraz.
(apa/red)
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