Umstrittene Waffen in Gaza eingesetzt:
Israelische Armee mit Phosphor-Granaten
- Verursacht auf der Haut schreckliche verbrennungen
- Genfer Abkommen verbietet Einsatz in ziviler Region

Israel dürfte bei seiner Offensive im Gazastreifen umstrittene Granaten mit weißem Phosphor einsetzen. Das schreibt die britische Zeitung "The Times" in ihrer Internetausgabe. Die auch von britischen und US-amerikanischen Truppen im Irak verwendete Waffe kann schreckliche Verbrennungen verursachen. Ihr Einsatz ist allerdings nicht illegal, wenn er der Erzeugung von Rauchwänden dient.
Die israelische Armee versucht ihren Vormarsch im Gazastreifen durch weiße Rauchschleier zu verdecken. "Diese Explosionen schauen fantastisch aus, sie erzeugen viel Rauch, der unsere Feinde blind macht. So können unsere Truppen vorstoßen", erklärte ein israelischer Sicherheitsexperte.
Schwerste Verbrennnungen
Allerdings können brennende Phosphortropfen schwerste Verbrennungen beim Menschen verursachen. Israel hat zugegeben, weißen Phosphor im Libanon-Krieg 2006 verwendet zu haben. Laut "Times" könnte der Einsatz dieser Waffe im dicht besiedelten Gazastreifen neue Kontroversen über die israelische Offensive auslösen, bei der bereits mehr als 500 Palästinenser getötet und weitere 2300 verwundet wurden.
Das Genfer Abkommen von 1980 sieht vor, dass weißer Phosphor in zivilen Gegenden nicht als Waffe eingesetzt werden sollte. Es gibt allerdings kein generelles völkerrechtliches Verbot, wenn es um die Erzeugung von Nebelschleiern oder um die Ausleuchtung von Kampfplätzen geht.
"Terrorwaffe"
Der britische Militärexperte Charles Heyman sagte: "Wenn jemand weißen Phosphor absichtlich in eine Menschenmenge feuert, würde er in Den Haag vor dem Kriegsverbrechertribunal landen." Es handle sich dabei auch um eine Terrorwaffe.
Zuletzt hatte das israelische Militär den Einsatz von Phosphor-Granaten dementiert, berichtete "Times Online". Man wollte allerdings auch nicht sagen, welche Waffe stattdessen verwendet wurde. "Israel verwendet im Sinne des Völkerrechts erlaubte Munition", versicherte Armeesprecher Ishai David.
(apa/red)
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