Tod und Verzweiflung beherrschen Gaza:
Krankenhäuser sind vollkommen überfüllt
- Medizinische Versorgung ein Alptraum für Patienten
- Milizen der Fraktionen patrouillieren durch Straßen

Im Einkaufzentrum "Palestine Square" herrschen Chaos und Verzweiflung. Dutzende Menschen, die Besorgungen erledigen wollten, suchen plötzlich Schutz vor Schrapnellen (mit Metallkugeln gefülltes Artilleriegeschoß, Anm.). "Wo ist Nadia, meine Tochter, wo ist sie", schreit eine Frau. Sie hat mehr Glück als viele andere. Ihre Tochter hat sich in einem Bekleidungsgeschäft versteckt - völlig verängstigt, aber unverletzt.
Der Beschuss des zentralen Markts in Gaza-Stadt hat allen Anrainern unmissverständlich klargemacht: Es gibt keinen sicheren Ort mehr - nun, wo die israelische Bodenoffensive begonnen hat. Die Verletzten werden meist in halsbrecherischen Fahrten mit privaten Pkws zum völlig überforderten Shifa-Krankenhaus gebracht. Eine ausländische Ärztin, die dort freiwillig Dienst leistet, spricht von einem Alptraum für die Patienten. Viele seien schwer verletzt und entstellt von Granatsplittern. Die Gänge in dem Hospital sind rot von Blut gefärbt. Das Krankenhaus ist vollkommen überfüllt.
Fraktionen patrouillieren durch die Straßen
Zur selben Zeit rückt die Front im Bodenkrieg näher an Gaza-Stadt. Die Straßen sind wie leer gefegt, zu hören sind Sirenengeheul und Detonationen. Milizen der verschiedenen palästinensischen Fraktionen patrouillieren nur noch sporadisch durch die Straßen. Ihre Zugehörigkeit lässt sich an den Stirnbändern ausmachen: grün für Hamas, schwarz für den Islamischen Jihad und gelb für die Fatah. Vor kurzem haben sich die verschiedenen Gruppierungen noch gegenseitig bekämpft.
"Gott schütze euch", sagt der 60 Jahre alte Abu Khaled zu den Bewaffneten. "Unser Blut ist eins und unsere Heimat ist eins. Ich hoffe, dass dieser Krieg die jungen Männer dauerhaft eint."(apa/red)
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