Alles bereitet sich vor: Generalprobe für Obama-Fest in US-Hauptstadt Washington
- Tausende Helfer probten Ablauf der Vereidigung
- Obamas Schwiegermutter zieht mit ins Weiße Haus
·Obama will rasch in Nahost aktiv werden
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Washington bereitet sich auf ein großes Obama-Fest vor. Mit einer aufwendigen Generalprobe für die Feierlichkeiten zur Amtseinführung von Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA hat die Schlussphase der Amtsübergabe im Weißen Haus begonnen. Tausende von Helfern probten in Washington den Ablauf der Vereidigung, Reden und Aufmärsche. Zu den Festlichkeiten werden über 1,5 Millionen Menschen erwartet - dies ist derzeit die niedrigste offizielle Schätzung, andere Voraussagen gehen von bis zu vier Millionen Besuchern aus. Rund 20.000 Sicherheitskräfte - die Hälfte von ihnen Nationalgardisten - sollen für die Sicherheit in der US-Hauptstadt sorgen.
Der designierte Präsident Obama besichtigte seinen künftigen Wohnsitz fast wie ein Tourist: Mit Ehefrau Michelle und den Töchtern Sasha und Malia ließ er sich zu verschiedenen Denkmälern und Wahrzeichen der Stadt fahren, um dann ausführlich die Lincoln-Gedenkstätte zu besuchen. Washingtons Bürgermeister Andrian Fenty fuhr mit Obama durch einige Stadtteile; danach besuchten beide ein populäres Schnell-Restaurant in einem afro-amerikanischen Viertel, wo Obama einen Chili Hot Dog und gesüßten Tee bestellte.
In Washington stand gut eine Woche vor den offiziellen Feierlichkeiten bereits alles im Zeichen des historischen Ereignisses, wenn erstmals ein schwarzer Politiker Präsident der USA wird. Für die Bewohner der Stadt drückt sich das bereits jetzt in allerlei Ungemach aus: Mehrere Straßen rund um den derzeitigen Wohnsitz Obamas im Hotel Hay-Adams sind gesperrt. An der Pennsylvania Avenue und der Mall - den kilometerlangen Parkanlagen zwischen Kapitol und Lincoln-Gedenkstätte - werden bereits Tribünen und tausende von mobilen Toilettenhäuschen aufgebaut.
Schwiegermutter zieht mit ein
Für Schlagzeilen sorgte die Absicht Obamas, seine Schwiegermutter Marian Robinson mit ins Weiße Haus zu nehmen sowie die Köchin von US-Präsident George W. Bush zu übernehmen. Die Familie Obama erklärte, dass zumindest in den ersten Monaten der Eingewöhnung die Mutter der First Lady im Weißen Haus wohnen wird. Bereits im Wahlkampf hatte sich Marian Robinson häufig um ihre Enkelinnen, die siebenjährige Sasha und die zehnjährige Malia gekümmert. Das Verhältnis zwischen Barack Obama und seiner Schwiegermutter sei "sehr eng und vertraut", berichtete der Fernsehsender MSNBC.
Keineswegs unerwartet entschieden sich die Obamas, die Küchenchefin des Weißen Hauses, Christeta Comerford, zu behalten. Präsidentenwechsel bedeuten in der Regel nicht, dass auch das Personal des Weißen Hauses ausgetauscht wird. Die in den Philippinen geborene Comerford war von Bush 2005 als erste Frau mit der Leitung der Küche des Weißen Hauses betraut worden. Michelle Obama würdigte sie am Freitag als "unglaubliches Talent", die als Mutter einer kleinen Tochter sicher ähnliche Sichtweisen über "die Bedeutung gesunder Ernährung" habe wie sie selbst.
Run auf die Karten
Die heiß begehrten Tribünenkarten für die Parade zur Obama-Vereidigung waren binnen einer guten Minute übers Internet verkauft worden. Über die Vergabe von 240.000 Karten, die zur Teilnahme an der Inaugurations-Feier unmittelbar vor dem Kapitol berechtigen, soll erst in der kommenden Woche entschieden werden.
Die Parade beginnt am frühen Nachmittag im Anschluss an die für 12.00 Uhr Ortszeit (18.00 MEZ) geplante offizielle Vereidigung Obamas auf den Stufen des Kapitols. An der Parade selbst nehmen etwa 13.000 Menschen teil. Hunderttausende werden die 2,7 Kilometer lange Strecke auf der Pennsylvania Avenue zwischen Kapitol und Weißem Haus säumen. Nur die Zuschauer auf der Tribüne können im Sitzen den Zug von Kapellen, Militär-Verbänden, Vereinen und anderen Gruppen verfolgen.
Klage gegen Tribünen
Bei der Vereidigung von US-Präsident George W. Bush im Jänner 2005 hatte es noch 20.000 Tribünenplätze gegeben. Nach einer Klage der Anti-Kriegs-Organisation "Answer Coalition" wurden der "Washington Post" zufolge die Zuschauertribünen drastisch verkleinert. Die Kläger hatten kritisiert, dass die Aufbauten den stehenden Zuschauern und Demonstranten Platz und Sicht raubten. Bezirksrichter Paul Friedman hatte demnach im März 2008 den Klägern Recht gegeben und bemängelt, dass nur Bush-Anhänger Tribünenkarten erhalten hatten. "Die Vereidigung ist kein privates Ereignis", so der Richter laut der "Washington Post".
(apa/red)
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