Kältetod in den eigenen vier Wänden: 10 Ungarn erfroren, weil Heizkosten zu hoch
- In Ungarn derzeit Tiefsttemperaturen von Minus 20°
- Klirrende Kälte: 43 Menschen in Rumänien gestorben
·Bulgarien: Drastische Sparmaßnahmen
Täglicher Verbrauch soll nun fast halbiert werden
·100.000 Haushalte in Bosnien ohne Heizung
Auch in Serbien müssen rund 80.000 Leute frieren

In Ungarn sind in der vergangenen Woche mehr als zehn Menschen in der eigenen Wohnung erfroren, weil sie ihre Heizkosten nicht bezahlen konnten. Ministerpräsident Gyurcsany schlug deshalb ein Gesetz vor, wonach Energieversorger säumigen Zahlern nicht den Hahn abdrehen dürfen, ohne vorher die kommunalen sozialen Einrichtungen zu verständigen, damit diese den Betroffenen helfen können. Auch in Rumänien leiden die Menschen unter der klirrenden Kälte: Seit Jahresbeginn kamen 43 Menschen ums Leben.
In Ungarn herrschen derzeit Tiefsttemperaturen von minus 20 Grad. Heizkosten können im Extremfall die Hälfte der Einkünfte eines Pensionisten ausmachen. Jeden erfrieren nach Schätzungen von Hilfsorganisationen 300 bis 400 Menschen, davon mehr als 80 Prozent in der eigenen Wohnung.
43 Kältetote in Rumänien
Der klirrende Frost hat in Rumänien eine hohe Zahl an Kältetoten gefordert. Allein seit Anfang Jänner erfroren 43 Menschen, unter ihnen ein drei Monate altes Baby, berichtet die Ungarische Nachrichtenagentur MTI. Laut Informationen aus dem Bukarester Gesundheitsministerium soll es sich bei der Mehrheit der erfrorenen Menschen um Obdachlose gehandelt haben.
Hinter der hohen Zahl der Kälteopfer stünde die Tatsache, dass es in dem Balkanstaat nur wenig Notunterkünfte und Wärmestuben für Menschen ohne Obdach gebe, betonte Staatssekretär Read Arafat aus dem Gesundheitsministerium. In mehreren Gegenden Rumäniens wurden in den ersten Jännertagen Temperaturen von durchschnittlich minus 20 Grad Celsius gemessen. Der Kälterekord lag bei minus 31 Grad.
(apa/red)
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