Samstag, 10. Jänner 2009

3 Mio. $ Lösegeld für Schiff "Sirius Star": Piraten streiten sich nun über Aufteilung

  • Fünf Seeräuber ertranken nach Ende der Entführung
  • PLUS: Schiff "Delight" nach 53 Tagen freigelassen

Die Piraten in Somalia haben den saudi-arabischen Supertanker "Sirius Star" gegen ein Lösegeld von wahrscheinlich drei Millionen Dollar (2,19 Mio Euro) freigelassen. Ein Mitglied der Entführergruppe, Farah Osman, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Summe sei trotz ursprünglich höherer Forderungen akzeptiert worden: "Die Piraten streiten sich nun über die Aufteilung des Geldes."

Nach dem Erhalt ihres Anteils kenterten acht Seeräuber bei schlechtem Wetter mit ihrem Boot. Mindestens fünf Piraten seien ertrunken, sagte Osman. Die Kaperung des mit Öl im Wert von 100 Millionen Dollar beladenen Supertankers war der größte Piratenakt in der Geschichte der Seefahrt. Ursprünglich hatten die Piraten 25 Millionen Dollar für das Schiff und seine 25 Besatzungsmitglieder verlangt, das sie am 25. November etwa 450 Seemeilen südöstlich von Kenia überfallen hatten.

Eine internationale Seefahrervereinigung bestätigte die Freilassung des Schiffes. "Die letzten bewaffneten Männer haben die 'Sirius Star' verlassen", sagte Andrew Mwangura, Direktor des East African Seafarers Assistance Programme. Die "Sirius Star" befinde sich nun auf dem Weg gen Süden in sichere Gewässer. Entweder werde sie vor der kenianischen Hafenstadt Mombasa vor Anker gehen, um dort frischen Proviant aufzunehmen, oder nach Südafrika weiter fahren.

"Delight" freigelassen
Somalische Piraten haben Medienberichten zufolge nun auch ein im November entführtes Schiff freigelassen. Die 25-köpfige Besatzung der "Delight" sei unversehrt und das Schiff nach 53 Tagen in der Hand von Piraten auf dem Weg zurück in den Iran, meldeten die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Irna. Ob Lösegeld gezahlt wurde, wurde zunächst nicht bekannt.

(apa/red)

10.1.2009 14:09