Armee in Sri Lanka setzt Offensive fort:
Erobert strategische Positionen der Tamilen
- Sieben Tote bei Bombenanschlägen in Hauptstadt
- Weitere Vergeltungsschläge werden nun befürchtet

Die srilankesische Armee hat einen weiteren zentralen Sieg über die tamilischen Rebellen verkündet und marschiert nach eigenen Angaben jetzt auf die letzte Hochburg der Kämpfer zu. "Heute Abend haben unsere Truppen den Elefantenpass befreit", erklärte Präsident Mahinda Rajapakse (Rajapaksa) in einer Fernsehübertragung. Damit hält die Armee zum ersten Mal seit 23 Jahren die Hauptstraße von Nord nach Süd, das Tor zum Norden der Halbinsel Jaffna.
Die Aufständischen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ihnen bleibt noch eine Hochburg in der Region um die Hafenstadt Mullaittivu. In den Straßen der srilankesischen Hauptstadt Colombo wurde die Nachricht vom Sieg mit Jubel begrüßt. Die Menschen zündeten Feuerwerkskörper und Soldaten schossen in den Himmel. Ein Fernsehsender zeigte eine Montage von Schlachtszenen und spielte dazu "We are the Champions" von Queen.
Sieben Tote bei Bombenanschlag
Bei einem Bombenanschlag im Osten von Sri Lanka wurden unterdessen nach Militärangaben sieben Menschen getötet, drei Soldaten und vier Zivilpersonen, sagte ein Sprecher der Streitkräfte. Er machte die LTTE dafür verantwortlich. Der am Straßenrand deponierte Sprengstoff explodierte demnach am Freitagmorgen in der Nähe der Stadt Trincomalee, als ein von Soldaten eskortierter Konvoi vorbeifuhr.
Die Regierungstruppen haben den Befreiungstigern in den vergangenen Wochen empfindliche Niederlagen zugefügt. Vor einer Woche fiel die Stadt Kilinochchi, das die LTTE als ihre Hauptstadt bezeichnet hatte. Die Tamilen-Tiger kämpfen auf der Insel Ceylon im Indischen Ozean seit einem Vierteljahrhundert für einen eigenen Staat. Der Elefantenpass war im Jahr 2000 von der Separatistenbewegung eingenommen worden.
Die Rebellen werfen den politisch dominierenden Singhalesen vor, die Minderheit der Tamilen zu benachteiligen. Bei den Gefechten kamen bis dato mindestens 70.000 Menschen ums Leben. Die EU, die USA und Indien führen die LTTE als terroristische Organisation.
(apa/red)
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