Freitag, 9. Jänner 2009

Feuerkatastrophe in pakistanischem Slum:
40 Menschen sterben in der Flammenhölle

  • Elendsviertel in Karachi ging in Flammen auf
  • Brand hatte die Bewohner im Schlaf überrascht

Bei einem der verheerendsten Brände der vergangenen Jahre sind in Pakistan mindestens 40 Menschen ums Leben gekommen. Unter ihnen viele Kinder. Die Feuerwehr der Hafenstadt im Süden Pakistans konnte den Brand erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle bringen.

Der Großbrand überraschte viele Bewohner des Elendsviertels im Schlaf. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, zerstörten die Flammen mehr als 30 Hütten. Nach Angaben des Gesundheitsministers der Provinz Sindh, Saghir Ahmed, lebten darin rund 200 Menschen.

Nach Behördenangaben wurden mehr als 20 Menschen verletzt, die Hälfte von ihnen erlitt demnach schwere Verbrennungen. Während einige Überlebende in Tränen ausbrachen, suchten andere in den Trümmern verzweifelt nach Angehörigen. "Das ist eine Katastrophe. Mein Leben ist zerstört", sagte Mohammed Khan, der seine Frau und zwei Kinder bei dem Unglück verlor.

Keine Fluchtwege
Grund für die hohe Opferzahl war nach Ansicht der Feuerwehr auch das Fehlen von Fluchtwegen: Das Elendsviertel ist von drei Seiten von Hochhäusern eingeschlossen. Der einzige Fluchtweg sei durch die Flammen bald versperrt gewesen. Die Löschtrupps brauchten mehrere Stunden, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Schwarzer Rauch hing am Freitag über dem Viertel. Karachi war früher durch ausgedehnte Grünanlagen geprägt, heute ist die Zwölf-Millionen-Stadt eine Betonwüste mit verstreuten Ansiedlungen. Die Hälfte der Einwohner lebt in Slums.

Die Ermittlungen zur Brandursache dauerten an. Als Ursache wurde zunächst eine herabgefallene Stromleitung vermutet. Laut Gesundheitsminister Ahmed wurde auch untersucht, ob ein außer Kontrolle geratenes Lagerfeuer den Brand auslöste. Möglicherweise hätten sich einige Bewohner des Viertels damit vor der Kälte schützen wollen.

(apa/red)

9.1.2009 12:34