Acht Jahre für zwei Schwule im Senegal:
Gehörten einem Verein für HIV-Infizierte an
- NGO wurde als kriminelle Organisation eingestuft
- Richterspruch ging über Staatsanwaltschaft hinaus

Wegen Homosexualität sind in der senegalesischen Hauptstadt Dakar neun Männer zu jeweils achtjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Einer ihrer Verteidiger, Issa Diop, sagte, das seien die höchsten Strafen, die im Senegal jemals gegen Schwule verhängt worden seien. Die im Dezember festgenommenen Angeklagten mussten sich vor Gericht wegen "unanständigen Benehmens, unnatürlichen Handlungen und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation" verantworten.
Die Staatsanwaltschaft hatte für die Angeklagten die für Homosexualität vorgesehene Höchsstrafe von fünf Jahren Gefängnis gefordert. Der Richter ging mit seinem Strafmaß darüber hinaus und begründete dies mit dem "erschwerenden Umstand der Mitgliedschaft in einer kriminellen Orghanisation". Die meisten Angeklagten gehören einer Hilfsorganisation für aidskranke und HIV-infizierte schwule Männer an.
(apa/red)
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