"Die Piloten" feiert Premiere in Berlin: Film über Schlingensiefs Achterbahn der Gefühle
- Regisseur selbst sucht indes nach Spielstätte in Afrika
- Doku gibt tiefe Einblicke in Privatleben des Künstlers

Der Film "Christoph Schlingensief - Die Piloten" hat im Berliner Filmkunst-Kino Babylon in Anwesenheit von "Darstellern" wie Rolf Hochhuth und Rolf Zacher seine Premiere erlebt. Der Dramatiker und der Schauspieler gehörten zu den Teilnehmern von Schlingensiefs Talkshow-Projekt, das im Jänner 2007 in der Berliner Akademie der Künste aufgezeichnet wurde und jetzt von der Regisseurin Cordula Kablitz-Post zu einem Kinofilm zusammengeschnitten wurde.
Schlingensief selbst nahm an der Premiere nicht teil, weil er bereits nach Afrika aufgebrochen ist, wo er sich in Kamerun und Burkina Faso nach einem Festspielhaus umsehen will, das er auf dem schwarzen Kontinent eventuell auch mit Unterstützung des Goethe-Instituts einrichten will.
Nach Angaben der Filmproduktionsfirma ist "Die Piloten" ein Dokumentarfilm, "der Schlingensiefs Achterbahn der Gefühle begleitet und die Grenzen seiner medialen Selbstdarstellung auslotet". Dazu hatte er sich an mehreren Abenden neben Hochhuth und Zacher auch Gesprächspartner wie den Fernsehpfarrer Jürgen Fliege, den Aktionskünstler Hermann Nitsch, die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth, den Rapper Sido sowie den Plakat- und Politkünstler Klaus Staeck, der auch Präsident der gastgebenden Akademie der Künste am Brandenburger Tor ist, eingeladen. Der Film blickt allerdings auch hinter die Kulissen während der Dreharbeiten zu den Talkshows und lässt Schlingensief auch immer wieder selbst reflektierend zu Wort kommen.
In der Talkshow vom Jänner 2007 berichtet Schlingensief auch über die schwere Erkrankung seines Vaters, der bald darauf starb, so dass Schlingensief die Dreharbeiten abbrach und daher nicht sämtliche Folgen der "Piloten" zu Ende gedreht werden konnten. Der heute 48-jährige Film- und Theaterregisseur spricht auch über seine damalige Augenerkrankung und seine Befürchtungen, zu erblinden. Ein Jahr später erkrankte Schlingensief an Lungenkrebs. (apa/red)

