BZÖ steigt in Ring für Kärnten-Wahlkampf: Auftakt für Landtagswahlen am 1. März
- Geht es ohne Haider? BZÖ unterwegs ohne Zugpferd
- Bewährungsprobe für Nachfolger Dörfler und Scheuch
·Kärnten: Dörfler und Canori legen Zwist bei
Streit um "Geschenk" von
200.000 Euro beendet
·Serie von Pannen bei BZÖ-Obmannsuche
Gaugg für Kandidatur gar nicht wahlberechtigt

Das BZÖ muss am 1. März bei der Landtagswahl in Kärnten erstmals ohne seinen Gründer Jörg Haider auskommen. Er hatte im März 2004 - damals mit der FPÖ - 42,4 Prozent der Stimmen erreicht. Die Latte für die beiden Nachfolger, Gerhard Dörfler als Landeshauptmann und Uwe Scheuch als Parteiobmann, liegt damit ziemlich hoch. Als erste Partei lädt das BZÖ, zum Wahlkampfauftakt in die Messe Klagenfurt.
Im April 2005 überraschte Haider Freund und Feind mit der Ankündigung, die FPÖ zu verlassen und das Bündnis Zukunft Österreich zu gründen. Die neue Parteifarbe war Orange, alte Zöpfe sollten abgeschnitten und der rechte Rand der FPÖ abgestoßen werden. Als angenehmer Nebeneffekt waren auch die Parteischulden weg. In Kärnten ging die Rechnung Haiders auf, die Funktionäre wechselten fast geschlossen zum neuen Bündnis, lediglich der Abgeordnete Franz Schwager blieb blau.
Auch die Koalition mit der SPÖ in der Landesregierung blieb von dem Farbwechsel vorerst unberührt, so regierten Haider und der damalige SPÖ-Vorsitzende Peter Ambrozy in Regierung und Landtag mit einer bequemen Mehrheit. Während außerhalb Kärntens das BZÖ nicht so richtig vom Fleck kam, kämpfte im südlichsten Bundesland die Alt-FPÖ ums Überleben. Verschärft wurde die Situation auch dadurch, dass die Blauen keine Strukturen und kein Geld hatten, das hatten sich die Orangen geschnappt.
Im Sommer 2008 beschloss Haider, es auch bundesweit noch einmal zu versuchen, nachdem das BZÖ bei der Nationalratswahl 2006 nur durch das gute Kärntner Ergebnis hauchdünn den Einzug ins Parlament geschafft hatte. Haider fungierte als Spitzenkandidat, die Rechnung ging auf, die Orangen wurden mit elf Prozent vierte, noch vor den Grünen.
Schwarzer Tag für das BZÖ
Der Probelauf für die Landtagswahl 2009 schien perfekt geglückt, es konnte, so dachte man in der Partei, nichts mehr schiefgehen. Doch am 11. Oktober war plötzlich alles anders: Haider fuhr mit 1,8 Promille und viel zu schnell in den Tod. Der Schock war groß, doch nicht so groß, dass Dörfler und Scheuch nicht noch am gleichen Tag die Machtverhältnisse neu geordnet hätten. Dörfler als Haiders Stellvertreter wurde Regierungschef, Uwe Scheuch übernahm die Partei. Man demonstrierte Einigkeit und Geschlossenheit, das "Erbe Haiders" solle weitergeführt werden. So hieß es in einem Inserat zum Teuerungsausgleich denn auch "Nach einer Idee von Landeshauptmann Dr. Jörg Haider". Spekuliert wurde auch darüber, ob der Gründervater posthum auf den Plakaten zu sehen sein werde.
Die erste Irritation gab es knapp vor Weihnachten, als die FPÖ plötzlich Mario Canori, langjährigen Wegbegleiter Haiders, als Spitzenkandidaten für die Landtagswahl präsentierte. Die Orangen gaben sich betont gelassen, allerdings dauerte es nur ein paar Tage, bis Dörfler Canori öffentlich attackierte und behauptete, dieser habe sich für seinen Frontwechsel bezahlen lassen.
Beide Parteien ziehen mit dem Anspruch in die Wahlauseinandersetzung, sie seien die einzig legitimen Erben Haiders. Wie viele Stimmen die FPÖ dem BZÖ nun tatsächlich abluchsen wird können, bleibt abzuwarten.
(apa/red)
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