Freitag, 9. Jänner 2009

Kärnten laboriert an bösartigen Virenbefall:
3.000 Computer bei den Behörden betroffen

  • Beraterfirma aus den USA als letzter Rettungsanker
  • Hohe Kosten aufgrund des Ausfalls sind zu erwarten

Die Virusattacke auf die Computer der Kärntner Landesregierung hat die EDV-Experten auf Trab gehalten. Bis gegen Mittag waren gut 1.000 der insgesamt 3.000 betroffenen Geräte wieder einsatzfähig, erklärte Landesamtsdirektor Reinhard Sladko. Wie hoch die Kosten für die "Entseuchung" sein werden, könne noch nicht beziffert werden, so Sladko.

"Wir haben eine Beraterfirma aus den USA beigezogen, die uns sehr geholfen hat, was die aber dafür verlangen werden, wissen wir noch nicht", sagte der Landesamtsdirektor. Dazu käme die Arbeit der EDV-Leute in der Regierung. "Die waren ja praktisch die ganze Nacht über im Einsatz." Da dürften schon einige 1.000 Überstunden anfallen.

Hocher Aufwand
Heute waren alle Bezirkshauptmannschaften wieder voll einsatzfähig, bis spätestens Sonntag sollten alle Computer wieder klaglos funktionieren. Der Aufwand für die Bekämpfung des Virus ist vor allem deshalb so hoch, weil jedes Gerät einzeln gesäubert und getestet werden muss, bevor es wieder ans Netzwerk angeschlossen werden kann. Nicht betroffen waren die zentralen Server des Landes. Rudolf Köller, Leiter der EDV-Abteilung des Landes, betonte, es seien keinerlei Daten nach außen gelangt, dem Virus sei es auch nicht gelungen, Passwörter von Mitarbeitern auszuspionieren.

In den nächsten zwei Wochen soll der Lenkungsausschuss eine Sitzung abhalten, kündigte Sladko an. "Dabei werden wir eine Manöverkritik durchführen und auch darüber diskutieren, welche Risiken es etwa für die Durchführung der Wahl durch solche Vorkommnisse geben könnte." Wäre die Virenattacke zum Wahltag passiert, hätte dies "eine mittlere Katastrophe" bedeutet, meinte der Landesamtsdirektor. Mit verbesserten Schutzprogrammen sollen derartige Horrorszenarien aber vermieden werden.
(apa/red)

9.1.2009 12:39