Freitag, 9. Jänner 2009

Althaus weiß mittlerweile "umfänglich" über Unfall bescheid: Frau starb auf Piste

  • Nahm die Nachricht "mit Betroffenheit" zur Kenntnis
  • CDU-Politiker kann sich an den Unfall nicht erinnern

Acht Tage nach seinem schweren Skiunfall ist Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) in die Heimat zurückgekehrt und über die Ausmaße des Unglücks informiert worden. Nach Worten seines Sprechers Fried Dahmen weiß der Regierungschef inzwischen "umfänglich", dass bei dem Zusammenstoß auf einer Skipiste in Österreich eine Frau tödlich verletzt wurde. Althaus, der selbst schwere Schädelverletzungen erlitt, habe die Nachricht von dem Todesfall mit Betroffenheit zur Kenntnis genommen, hieß es.

Nach Einschätzung der Universitätsklinik Jena, in die der 50-Jährige per Hubschrauber gebracht wurde, ist noch nicht davon auszugehen, dass Althaus die Tragweite des Geschehenen gegenwärtig im vollen Umfang abschätzen kann. Die Uni-Klinik teilte mit, der Zustand des prominenten Patienten sei stabil. Althaus sei jedoch "zeitlich und örtlich noch nicht vollkommen orientiert", sagte der ärztliche Direktor Klaus Höffken. Althaus müsse erfahrungsgemäß mindestens noch acht bis zehn Tage in der Klinik bleiben. Danach schließe sich eine Reha-Kur an.

Althaus wach und ansprechbar
"Wir sind überzeugt, dass der Ministerpräsident auf dem Weg der Besserung schnell voranschreiten wird", sagte Höffken. Althaus sei um 14.15 Uhr wohlbehalten per Hubschrauber angekommen und freue sich, zurück in seiner Heimat zu sein. Der Direktor der Jenaer Neurochirurgie, Rolf Kalff, erklärte, Althaus sei wach und ansprechbar, allerdings zeitlich und örtlich noch nicht voll orientiert. Es lägen aber keine neurologischen Ausfälle vor. Damit bestätigte Kalff die Befunde der österreichischen Ärzte.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Leoben in der Steiermark waren weder Althaus noch die Frau bei dem Unfall alkoholisiert. Damit dementierte die Justizbehörde anderslautende Medienberichte.

Der Ministerpräsident war für den Transport mit Medikamenten ruhig gestellt worden. Althaus, der nicht auf der Intensivstation liege, werde physisch und psychisch intensiv betreut. Er freue sich, wieder in Thüringen zu sein, sagte Höffken. Nach wie vor dürften ihn nur die engsten Verwandten und Vertrauten besuchen.

Keine Erinnerungen an Unfall
Die bisher behandelnde Klinik im österreichischen Schwarzach hatte erklärt, dass sich Althaus nach dem Unfallhergang erkundigt habe, an den er sich nicht erinnern konnte. Ihm sei daraufhin mitgeteilt worden, dass die Frau an ihren schweren Verletzungen gestorben sei. Der Genesungsprozess werde aller Voraussicht nach die nächsten Wochen beanspruchen.

(apa/red)

9.1.2009 19:21