Spitzenkandidat oder Rückzug aus Politik: Voggenhuber ohne Kompromisse in EU-Wahl
- Unverständnis für Lunacek & Lichtenberger auf Platz1
- "Ich halte nichts von Rücktritt scheibchenweise"

Johannes Voggenhuber will sich aus der Politik zurückziehen, sollte er nicht Spitzenkandidat der Grünen bei der EU-Wahl werden. "Ich halte nichts von einem Rücktritt scheibchenweise", sagte er. Seine Gegenkandidatin Ulrike Lunacek hingegen würde auch auf einem anderen Listenplatz kandidieren, sollte das Votum beim Bundeskongress in Klagenfurt gegen sie ausfallen.
"Ich habe die EU-Politik der Grünen entwickelt und zu verantworten", begründet Voggenhuber seinen Standpunkt, nur als Erster auf der Liste in die Wahl zu gehen. Ansonsten will er "den Weg frei machen für Neue". Sollte die Mehrheit der grünen Delegierten am 17. Jänner gegen den alteingesessenen EU-Parlamentarier stimmen, will dieser auf jeden Fall keine Funktion in der Partei mehr innehaben. Mit "Beleidigtsein" habe dies allerdings nichts zu tun.
Unverständnis für Lunacek und Lichtenberger
Dass neben ihm auch Lunacek und Eva Lichtenberger auf Platz Eins der grünen EU-Liste stehen wollen, versteht Voggenhuber allerdings nicht. "Ich bin erstaunt, dass meine Herausfordererinnen von neuem Schwung reden, aber ihre Wahlziele unter mein letztes Ergebnis legen." Programmatisch will Voggenhuber der Union eine neue Identität verpassen. Dass es innerhalb der Grünen EU-Fraktion an kritischem Geist mangle, spürt Voggenhuber nicht. "Mir ist noch nie ein Mangel an Ecken und Kanten nachgesagt worden."
Auf die EU-Kritiker besser eingehen will jedenfalls Lunacek - und unterscheidet sie von den "EU-Skeptikern": "Diese machen den Eindruck, sie wollen die EU überhaupt nicht." Aus diesem Grund bastelt die Gegenkandidatin Voggenhubers an einem sogenannten New Deal. Dabei würden ökologische und soziale Anliegen in den Vordergrund rücken.
Lichtenberger will wiederum auf eine verstärkte europäische Öffentlichkeitsarbeit setzen. In Internet-Blogs soll auf die skeptische Stimmung reagiert werden. "Was macht Europa und warum wird es so gemacht, wie es gemacht wird?"
(apa/red)
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