Große Anteilnahme bei Skiopfer-Begräbnis:
250-300 Trauernde wohnten Beerdigung bei
- Althaus' gesundheitlicher Zustand zufriedenstellend
- Ermittlungen wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung ist heute Nachmittag die bei dem Skiunfall auf der Riesneralm verunglückte 41-jährige gebürtige Slowakin beigesetzt worden. Ihr mit Bouquets aus roten Rosen geschmückter Sarg war in der Kirche im oststeirischen Riegersburg - der Heimat ihres Ehemannes - aufgebahrt worden. Die Seelenmesse wurde vom Ortspfarrer und einem deutschen Geistlichen gehalten.
Die Familie der Verunglückten sowie 250 bis 300 Trauergäste fanden sich gegen 13.15 Uhr in der Aufbahrungshalle ein, unmittelbar danach begann der Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche, von dem Kamerateams und Fotografen ausgeschlossen wurden. Unter den Trauergästen waren auch die stellvertretende thüringische Ministerpräsidentin Birgit Diezel (CDU), die von LHStv. Hermann Schützenhöfer (ÖVP) begleitet wurde, und die Ehefrau des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus, Katharina Althaus. Die Pfarrkirche war bis zum letzten Platz gefüllt.
Zusätzlich sorgte die Polizei mit Uniformierten und Beamten in Zivil für die Sicherheit und die Distanz zur Familie des Opfers. Beim letzten Gang der 41-Jährigen von der Kirche zum Ortsfriedhof schritt der Ehemann der Verstorbenen in der ersten Reihe. Gegen 15.00 Uhr wurde der Sarg mit den sterblichen Überresten der Frau in das Grab gesenkt.
Wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung ermittelt
Die 41-Jährige war am Neujahrstag auf der Skipiste mit Althaus zusammengeprallt und hatte dabei so schwere Verletzungen erlitten, dass sie noch während des Hubschraubertransports ins Krankenhaus verstarb. Althaus, der von dem Zusammenstoß unter anderem ein schweres Schädel-Hirntrauma davontrug, war zunächst in künstlichen Tiefschlaf versetzt worden und befindet sich nach wie vor in ärztlicher Behandlung. Die Staatsanwaltschaft Leoben führt routinemäßig Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung.
Zustand von Althaus zufriedenstellend
Zufrieden mit dem Genesungsverlauf von Dieter Althaus zeigte sich der Leiter der Unfallchirurgie des Krankenhauses Schwarzach, Franklin Genelin. "Es verläuft alles so, wie wir uns es gewünscht haben", erklärte Genlin. Der CDU-Politiker Althaus war am Neujahrstag mit einer gebürtigen Slowakin auf einer Skipiste in der Steiermark zusammengestoßen. Dabei kam die 41-Jährige ums Leben.
Althaus habe die Nacht gut verbracht und mache gesundheitliche Fortschritte. An den Unfall könne sich der thüringische Ministerpräsident aber nach wie vor nicht erinnern, betonte der Leiter der Unfallchirurgie. Wann Althaus das Krankenhaus Schwarzach verlassen kann, ist weiterhin unklar. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Verlegung nicht vor dem Ende der Woche zu erwarten", sagte Spitalsprecher Karl Söllhammer auf Anfrage. Es sei noch kein Transporttermin fixiert worden.
Zeugeaussage soll Klarheit bringen
Mehr Klarheit hinsichtlich des Ablaufes des Unfalles könnte die Aussage eines Zeugen bringen, der sich am am vergangenen Samstag bei der Polizeiinspektion Liezen gemeldet hatte. Die Identität des Zeugen und der Inhalt der Aussage wurde nicht bekanntgegeben. Fest steht, dass der Mann den Unfallhergang und den Zusammenstoß beobachtet hatte.
Gutachten erst in vier Wochen
Die abschließenden Gutachten des technischen Sachverständigen zum Unfallhergang könnten in vier Wochen vorliegen, so Plöbst in der Stellungnahme. Dies gelte auch für das Endgutachten der Gerichtsmedizin. Zu den chemisch-toxikologischen Untersuchungen gehören auch Alkotests. Laut Plöbst wartet man nun die Gutachten der bestellten Sachverständigen ab, die in etwa einem Monat vorliegen soll. Ein Zeitpunkt für die Einvernahme von Ministerpräsident Althaus im Krankenhaus Schwarzach im salzburgischen Pongau stehe noch nicht fest, sagte Plöbst.
(apa/red)
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