Staatlicher Aufpasser für die Medici-Bank: Bescheid für "Klein-Bank" ist fertiggestellt
- Aus Protest sind beide Vorstände zurückgetreten
- Bankjuristen sehen Entwurf als "gesetzeswidrig"

Die kleine Wiener Medici-Bank - zu drei Viertel im Besitz der Gründerin Sonja Kohn und zu einem Viertel der Bank Austria - soll unter aufsichtsrechtliche Kuratel, ein behördlicher Bescheid über die Einsetzung eines Regierungskommissärs soll mittlerweile fertig sein. Genauere Details dazu werden noch erwartet, ebenso darüber, wie es mit der sonstigen Bankführung weitergeht.
Den Bescheid wird die Bank jedenfalls bekämpfen. Die Bankjuristen sähen ihn als "gesetzeswidrig", weil keine Gefahr für Kundenvermögen bestünde.
Medici-Bankchef Peter Scheithauer und Vorstand Werner Tripolt haben mit sofortiger Wirkung ihren Rücktritt erklärt. Für Scheithauer soll es nach Angaben aus dem Umfeld der kleinen Bank einen internationalen Experten als Nachfolger geben, Tripolt könnte möglicherweise wiederbestellt werden. Ein heftiges juristisches Tauziehen hat eingesetzt. Unter den Eigentümern soll es ebenfalls kein Einvernehmen mehr geben zum Zukunftskonzept, heißt es.
Weil die Medici-Bank bei den von ihr an andere institutionelle Investoren vertriebenen Fonds dem schillernden Betrüger Madoff aufgesessen ist, ist die kleine Wiener Bank in Schieflage geraten.
(apa/red)
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