Israel setzt erstmals auch Artillerie ein: Luftangriffe fordern bisher über 430 Opfer
- Ein hochrangiger Hamas-Führer durch Bombe getötet
- Die diplomatischen Initiativen gewinnen an Kontur
·Weltweiter Protest gegen Israels Attacke
Hamas ruft für heute den "Tag des Zorns" aus
·Protest gegen Israel auch in Österreich
Demonstration gegen die anhaltende Attacken
·Sarkozy will nach wie
vor Einfluss ausüben
Initiativen mit Hilfe der
Mittelmeerunion starten
·"Angeblicher Sieg
ist eine Niederlage"
So sieht die internationale
Presse die Krise in Nahost
·London: Wütende Proteste gegen Israel
CNN-Video: Anti-Israel- Chöre vor der Botschaft
·'Nahost-Konflikt kann sich weiter ausbreiten'
Expertin Helga Embacher im news.at-Interview
·BILDER von Trauer und Wut aus Nahost
Verheerende Opferbilanz nach Luft- & Bodenkampf

Israel hat nach Berichten von Augenzeugen erstmals Artillerie für den Beschuss von Zielen entlang der östlichen Grenze des Gazastreifens eingesetzt. Palästinenser in der Stadt Gaza berichteten von einer großen Explosion nach dem Beschuss. Zuvor flog die israelische Luftwaffe nach Angaben eines Sprechers mehr als 25 Angriffe auf Hamas-Ziele im Gazastreifen.
Der Artillerie-Beschuss traf vor allem Ziele in Beit Hanoun und Jabaliya im Norden des Gazastreifens sowie Khan Younis im Süden des palästinensischen Gebietes. Militante Palästinenser feuern von dort oft Raketen auf Israel ab. Fernsehkommentatoren sprachen von einem starken Hinweis auf eine bevorstehende Bodenoffensive. Die israelischen Bodentruppen stehen seit Tagen für einen möglichen Einmarsch in den Gazastreifen bereit.
Zeichen stehen auf einmarsch
Ein AFP-Reporter sah Dutzende Granaten, die im Norden des Gazastreifens einschlugen und nach dem Einschlag dichte Rauchwolken hinterließen. Er beobachtete Panzerverbände, die sich in Richtung Gazastreifen bewegten, während Kampfflugzeuge das Gebiet überflogen. Ein Sprecher der Armee weigerte sich auf Anfrage, das Geschehen zu kommentieren, und sagte lediglich, der Einsatz der Streitkräfte werde fortgesetzt.
Hamas gibt sich kämpferisch
Ungeachtet hoher Opferzahlen und Sachschäden hat die Hamas auch zu Beginn der zweiten Woche der israelischen Militäroffensive kein Einlenken signalisiert. Hamas-Politbürochef Khaled Mashaal kündigte an, die Hamas werde nicht aufgeben und vor Israel kapitulieren. Die israelische Luftwaffe flog heute mehr als 25 Angriffe auf Hamas-Ziele im Gaza-Streifen. Dabei wurde der ranghohe Kommandant Abu Zakaria al-Jamal getötet. Im Gegenzug feuerten militante Palästinenser acht Raketen auf Israel. Zwei Israelis wurden verletzt. In einem Wohnhaus brach Feuer aus.
Durch die vor einer Woche begonnenen israelischen Luftangriffe sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza mindestens 437 Menschen getötet und rund 2.300 weitere verletzt worden. Unter den Todesopfern sind nach UNO-Angaben auch mehr als 40 Kinder. Auf der anderen Seite starben vier Israelis nach Raketenangriffen militanter Palästinenser. Diese feuerten nach Armeeangaben seit Beginn der Militäroffensive 450 Raketen und Mörsergranaten auf Israel ab. Die Luftwaffe sei im gleichen Zeitraum mehr als 700 Einsätze geflogen.
Diplomatische Initiativen
Während an der Grenze Berichten zufolge bis zu 10.000 israelische Soldaten weiter auf einen Marschbefehl für eine mögliche Bodenoffensive warteten, wurden die internationalen Bemühungen um einen Waffenstillstand verstärkt. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon setzte sich für eine sofortige Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas unter Einsatz internationaler Beobachter ein. US-Präsident George W. Bush, der französische Präsident Nicolas Sarkozy und der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier forderten ebenfalls einen Waffenstillstand. In der Waffenpause könnten dann "diplomatische Aktivitäten für eine politische Lösung des Konflikts ergriffen werden", erklärte Steinmeier, der sich für UNO-Beobachter im Gaza-Streifen aussprach.
Die UNO sei zu einer Beobachterrolle im Gaza-Streifen bereit, sagte der UNO-Sonderkoordinator für den Friedensprozess im Nahen Osten, Robert Serry. Über einen solchen Einsatz müsse aber der Weltsicherheitsrat entscheiden. Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas und die Außenminister mehrerer arabischer Staaten wollten am Wochenende nach New York reisen, um den Sicherheitsrat zur Annahme einer Nahost-Resolution aufzurufen. Ban trifft am Montag mit Abbas und arabischen Außenministern zusammen.
(apa/red)
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