Montag, 5. Jänner 2009

Althaus weiterhin am Weg der Besserung: Arzt zufrieden über Verlauf der Therapie

  • Keine medizinischen Folgewirkungen zu Befürchten
  • Slowakin starb an mehrfachen Schädelverletzungen

Dem thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus fehlt nach seinem verheerenden Skiunfall immer noch die Erinnerung an die Geschehnisse, der 50-Jährige befinde sich aber weiter auf dem Weg der Besserung, teilten die Ärzte mit. Unterdessen wurde bekannt, dass es doch einen Zeugen für den Unfall gibt, der bereits von den Ermittlern einvernommen worden ist. Althaus war am Neujahrstag mit einer gebürtigen Slowakin auf der Skipiste zusammengestoßen. Die 41-Jährige kam dabei ums Leben.

Der CDU-Politiker wurde weiterhin auf der Intensivstation des Krankenhauses Schwarzach betreut, seine Frau Katharina und beiden Töchter wachten nahezu rund um die Uhr an seinem Krankenbett. "Er ist ansprechbar, hat keine Schmerzen, aber ist noch nicht zu 100 Prozent räumlich und zeitlich orientiert", sagte der ärztliche Direktor Reinhard Lenzhofer.

Fehlendes Erinnerungsvermögen
An den Unfall könne er sich weiterhin nicht erinnern, sagte der Mediziner. "Wir gehen vorsichtig heran. Eine Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft ist erst dann möglich, wenn er zeitlich und örtlich voll orientiert ist. Das ist derzeit noch nicht der Fall."

Bekanntgegeben wurde unterdessen das Obduktionsergebnis der 41-Jährigen: Sie hat laut Staatsanwaltschaft bei der Kollision mehrfache tödliche Schädelverletzungen erlitten. Zu ihren familiären Verhältnissen gab es eine Richtigstellung. Die Getötete hatte ein Kind, ihr Mann brachte drei weitere aus erster Ehe in die Beziehung ein, teilte ein Grazer Anwalt, der die Mutter der drei Kinder vertritt, den Medien mit. Ursprünglich war kolportiert worden, dass die Frau vierfache Mutter gewesen sei.

Verbesserter Zustand
Althaus hat bereits begonnen, selbst zu essen und zu trinken. "Er konnte sich im Bett schon aufsitzen", freute sich der Anästhesist Hubert Artmann über den gesundheitlichen Fortschritt seines Patienten. "Er bewegt Arme und Beine spontan und auf Kommando. Es besteht kein Hinweis auf neurologische Beeinträchtigungen." Die Heilung des unverschobenen Bruches an der Speiche schreite problemlos voran, "er hat heute einen neuen Gips bekommen, den er ein paar Wochen tragen muss", sagte der Leiter der Unfallchirurgie, Franklin Genelin.

Nach Einschätzung der behandelnden Ärzte könnte der Ministerpräsident möglicherweise Ende dieser Woche nach Jena verlegt werden. Medizinische Folgewirkungen werden keine erwartet.
(apa/red)

5.1.2009 14:55