Montag, 29. Dezember 2008

Nächster EU-Streich für Mobilfunkbranche?
Brüssel plant Zoll für höherwertige Handys

  • Importabgabe könnte bis zu 14 Prozent betragen
  • Mehrkosten würden Mobiltelefone teurer machen

Die Europäische Union holt zum nächsten Schlag gegen die Mobilfunkbranche aus. Nach "EU-Zöllen" für Digitalkameras oder Camcorder und der Senkung von SMS-Preisen erwägt Brüssel nun eine Importabgabe für höherwertige Handys. Im Customs Code Committee, in dem alle 27 Mitgliedsstaaten vertreten sind, ist von 14 Prozent die Rede. Der europäische Branchenverband für Informationtechnologie (EICTA) warnt vor der Umsetzung.

Mobiltelefone sollen dann nicht mehr zollfrei die Grenzen passieren, wenn sie entweder eine Kamera mit optischem Zoom, eine mit einer Auflösung von mehr als vier Megapixel, ein Display mit mehr als sieben Zoll Diagonale, Vorrichtungen zur Navigation oder einen Empfänger für über Rundfunk verbreitetes Fernsehprogramm besitzen.

Der EICTA warnt davor, dass der geplante EU-Zoll gleichzeitig auch eine Verteuerung der Handys bedeuten würde. Bereits im Juli 2009 könnte es zur Einführung kommen. Die EU-Kommission betonte aber, dass eine Entscheidung darüber nicht unmittelbar bevorstünde und diese nicht bei der Kommission, sondern bei den Mitgliedsstaaten liege.

(red)

29.12.2008 10:10