"Hasta la victoria siempre!": Kuba feiert Sieg der Revolution vor genau 50 Jahren
- Fidel Castro überlebte insgesamt 10 US-Präsidenten
- Angespannte USA-Beziehung: Hoffen auf Obama

·Bereits vor der Party große Katerstimmung
Wirtschaftskrise setzt Karibikstaat Kuba zu
·Überblick über die Geschichte Kubas
Von der Kolonie zur sozialistischen Republik
·Kuba: Infos über die größte Karibik-Insel
Sozialistische Republik mit 11 Mio. Einwohnern
Ein altes Gewehr. Ein blutbeflecktes Hemd. Die Jacht "Granma", mit der Fidel Castro aus dem Exil kam, den Tyrannen zu stürzen. Die Kampfstiefel, mit denen Raul Castro in den Guerillakrieg zog. In dem zum Museum gewandelten früheren Palast des Diktators Fulgencio Batista bestaunen die Schulkinder pflichtschuldig die Relikte der Revolution, deren Sieg sich heute zum 50. Mal jährt.
Ein halbes Jahrhundert danach unternimmt die sozialistische Regierung Kubas zwar vorsichtige Lockerungsübungen, scheint jedoch fest entschlossen, ihren Herrschaftsanspruch zu verteidigen. Seit Fidel Castro am 1. Jänner 1959 die Macht übernahm, hat er zehn US-Präsidenten erlebt, die Invasion in der Schweinebucht und die Raketenkrise, das Wirtschaftsembargo, den Zusammenbruch des großen Bruders Sowjetunion und die Globalisierung. Inzwischen ist er 82 Jahre alt und krank, hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und das Präsidentenamt an Bruder Raul übergeben.
Das neue Gesicht Kubas
Doch zwischen den Hütern der reinen Lehre einerseits und eingefleischten Antikommunisten andererseits bekommt Kuba allmählich andere Gesichter: Rapper, Schwule, Blogger, tätowierte Teenager und die Damas de Blanca, die Frauen, die jeden Sonntag weiß gekleidet mit einem Schweigemarsch die Freilassung ihrer aus politischen Gründen inhaftierten Männer fordern.
Mit dem Bloggen haben Dissidenten einen neuen Weg gefunden, sich mitzuteilen. Yoani Sanchez kleidet sich wie eine Touristin, schlüpft in ein Ausländerhotel mit Netzzugang für die Gäste, benutzt dort schnell einen frei zugänglichen PC und verschwindet wieder, bevor sie auffällt. Neulich wies die 33-Jährige in ihrem Internet-Tagebuch darauf hin, dass Homosexualität jetzt geduldet werde - warum also nicht auch politische Opposition? "Warum werden Andersdenkende immer noch als 'konterrevolutionär' bezeichnet?"
Zugang zum Internet haben allerdings nur wenige der über elf Millionen Kubaner. Zudem sind sie damit ausgelastet, sich durchzuwursteln in einem Alltag, in dem oft so einfache Dinge wie Toilettenpapier nicht zu haben sind und Fleisch nur wenige Male im Monat auf den Tisch kommt. Da wirkt die leiseste Andeutung neuen Denkens bei der Obrigkeit geradezu elektrisierend.
So war es, als der pragmatisch auftretende Raul Castro dem Durchschnittsbürger Handys, Computer und DVD-Spieler sowie den Zutritt zu Touristenhotels erlaubte. Der 77-Jährige ließ Wohnungseigentum zu, stockte die Zahlungen an die Bauern auf und stauchte Bürokraten zusammen, die den Dienst an der Öffentlichkeit nicht ernst nahmen.
Hoffen auf Obama
Mit Spannung wird jetzt der Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama erwartet, der Gespräche angeboten und eine Lockerung der Reise- und Geldtransfervorschriften für Exilkubaner versprochen hat. "Es heißt, dass der Tourismus mit Obama zunehmen wird, dass er Familienangehörige hierher reisen lässt, wann sie wollen, und vielleicht sogar alle Amerikaner", hofft der Maler Roberto Garcia, der seine bunten Bilder auf dem Malecon feilbietet. Fidel Castro reagierte in einem seiner langen, im Staatsfernsehen verlesenen Aufsätze positiv auf Obamas Gesprächsbereitschaft: "Eine Unterredung kann stattfinden, wo immer er will."
Der "Lider" ist immer noch der Held vieler Veteranen, die sich begeistert an den Sieg der Revolution erinnern. "Das war eine Fiesta, wie Karneval! Wir waren so glücklich! Der Tyrann war weg!", erzählt Ernesto Plasencia. Der 76-Jährige bessert mit dem Verkauf von Bonbons seine Rente auf und kann, wie er sagt, nicht klagen. Traurig dagegen die Bilanz des Regimekritikers Elizardo Sanchez, der jahrelang im Gefängnis saß so wie heute noch schätzungsweise 219 politische Häftlinge: "Nach 50 Jahren kann die Regierung immer noch nicht bürgerliche und politische Rechte garantieren."
Große Festivitäten über die offizielle Feier am 1. Jänner in Santiago mit Raul Castro hinaus sind nicht geplant, wohl auch mit Rücksicht auf die Milliardenschäden, die drei Wirbelstürme in diesem Jahr angerichtet haben. Bloggerin Sanchez sieht sowieso keinen Grund für große Geburtstagspartys. Für sie ist die Revolution schon lang gestorben: "Lasst sie ruhen in Frieden." Sie setzt auf bessere Zeiten.
(apa/red)
Bilderberg-Treffen07:04
Faymann bei GeheimtreffKanzler nimmt erneut an Konferenz der Welt-Elite aus Finanz und Politik teil
Sexy Kicker07:23
Woki mit deim PopoDen EM-Titel gibt's erst am 1. Juli. Die Wahl des heißesten Stars der EM gibt's schon jetzt
Fürst Albert & Charlene07:05
Ehe unter DruckGanz Monaco wartet auf einen Thronfolger: Ein Paar im Focus der Öffentlichkeit
