Wiener Börse muss Horrorjahr abhaken:
ATX verlor mit 61 % mehr als jemals zuvor
- Marktkapitalisierung sackte auf 52 Milliarden Euro ab
- Schwerwiegende Einbußen nach starken Vorjahren

·Börse Tokio schließt
schlechtestes Jahr ab
Nikkei-Index verbuchte
2008 Verlust von 42 %
·Industrieproduktion in Japan bricht ein
Minus von 8,1 Prozent im November verzeichnet
Die Wiener Börse hat das schlimmste Jahr seit der Einführung des ATX vor 18 Jahren hinter sich. Im Sog der Finanzkrise verlor der heimische Leitindex 2008 rund 61 Prozent. Die Marktkapitalisierung der börsenotierten Unternehmen sackte von 156,6 Mrd. Euro am letzten Handelstag im Vorjahr auf rund 52 Mrd. Euro zum heurigen Jahresende ab.
Mit einem Minus von über 80 Prozent war Raiffeisen International (RI) die größte Jahresverliererin - der Börsenwert der Bank ging 2008 um rund 13 Mrd. Euro auf 3 Mrd. Euro zurück.
Nahezu alle ATX-Unternehmen haben in diesem Jahr zweistellig verloren. Weltweit wurden 2008 alle Bank-Aktien nach unten geprügelt, bevor die Staatspakete geschnürt wurden. Die rote Laterne auf Jahressicht hielt in Österreich Erste Group in der Hand. Die Titel büßten rund 67 Prozent ein, der Börsenwert der Bankengruppe ging auf weniger als 5 Mrd. Euro zurück. OMV verlor etwa 66 Prozent auf 5 Mrd. Euro. Voestalpine-Aktien brachen um 69 Prozent ein, der Börsenwert des Stahlkonzerns rutschte auf 2,5 Mrd. Euro ab. Im Vergleich gut abgeschnitten hat Verbund, der an der Börse fast ein Drittel auf 10 Mrd. Euro verlor. Im grünen Bereich schloss lediglich die Post, die rund 1 Prozent gutmachte.
Einbußen nach starken Vorjahren
2008 war das siebente Jahr, in dem der ATX mit einem Minus aus dem Handel ging. Das letzte Mal schloss die Wiener Börse 2000 im roten Bereich. In den ersten beiden Jahren verlor der Leitindex ebenfalls. 1991 beendete er das Jahr mit nur 883,25 Punkten - ein Jahresminus von 11,7 Prozent. 1992 ging die Talfahrt (minus 15,4 Prozent) dann weiter, bevor der ATX im darauffolgenden Jahr wieder 51 Prozent gutmachte.
Ab 2001 ging es dann so richtig los mit den Gewinnen. 2004 und 2005 schoss der ATX sogar um jeweils mehr als 50 Prozent nach oben. Ende 2007 notierte das Wiener Börsebarometer bei 4.512,98 Punkten, aktuell (Ende 2008, 30. Dezember, 14:45 Uhr) nur mehr bei 1.750 Punkten. In diesem Jahr folgte ein historischer Tagesverlust dem anderen.
(apa/red)
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