Dienstag, 30. Dezember 2008

Bauwirtschaft darf sich die Hände reiben:
Bundesimmobilien investieren 875 Mio. Euro

  • Baugewerbe will mehr, sonst wackeln 15.000 Jobs
  • Bauprojekte in Schulen, Universitäten & Ministerien

Die staatliche Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), "Hausherrin" zahlreicher Schulen, Universitäten und Ministerien zieht in den kommenden beiden Jahren Investitionen im Umfang von 875 Mio. Euro vor und schafft/sichert damit rund 3.000 Arbeitsstellen am Bau (Jahreswert). Gegenüber den bisherigen Planungen beschleunigt werden auch Verbund-Investitionen, etwa bei der 380-kV-Leitung in Oberösterreich und der Steiermark.

Die Bundesinnung Bau und die Gewerkschaft Bau-Holz haben die Regierung zu weiteren Schritten zur Ankurbelung der Bauwirtschaft aufgefordert. Die vorgezogenen 875 Mio. Euro seien ein positiver Schritt, bei dem es aber nicht bleiben dürfe, sagten WKÖ und Gewerkschaft übereinstimmend.

Weitere Maßnahmen für die Bauwirtschaft seien "absolutes Gebot der Stunde", erklärte Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel. Die Betriebe hätten noch Aufträge bis Ende des ersten Quartals - "ohne Konjunkturbelebungsmaßnahmen wäre jedoch dann ein Einbruch der Beschäftigung um 10.000 bis 15.000 Arbeitsplätze zu befürchten".

Der für die BIG ressortzuständige Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner stellte das Programm zusammen mit BIG-Geschäftsführer Wolfgang Gleissner vor. Es soll vor allem Impulse für die mittelständischen Betriebe, vor allem auch im Baunebengewerbe, bieten. Die Maßnahme war im Rahmen des zweiten Konjunkturpakets am 23. Dezember im Ministerrat beschlossen worden.

Bauwirtschaft habe gute Ausgangslage
In Schulen startet die BIG 2009 20 Projekte, im Folgejahr kommen 16 weitere dazu. Bei den Universitäten werden insgesamt acht Projekte des zweiten Generalsanierungspakets beschleunigt. Im Justizressort werden nächstes Jahr rund 20 Mio., 2010 rund 55 Mio. Euro vorgezogen. Der Effekt beläuft sich auf 355 Mio. Euro im nächsten Jahr und 520 Mio. Euro 2010.

Das entspricht im Schnitt zusätzlich etwa drei Prozent des jährlichen Bauproduktionswerts (Wert 2007: 14,4 Mrd. Euro) und weniger als 10 Prozent der öffentlichen Bauinvestitionen in Österreich. Anders als manche Industrien habe die Bauwirtschaft im ersten Halbjahr 2009 "keine schlechte Ausgangslage", sagte Mitterlehner. Die vorgezogenen Ausgaben sollen helfen, etwa ausbleibende Aufträge im Industriebau zu kompensieren.

35 Millionen Euro an jährlichem Aufwand
Die geplanten Investitionen erhöhen in der BIG den Bilanzposten Aufwand um 35 Mio. jährlich und verschlechtern das Ergebnis dementsprechend, sagte Gleissner. Obwohl auch für die BIG die Geldaufnahme schwieriger geworden sei, gebe es angesichts ihres Ratings (AAA) und sowie Hauptmieters Republik keine Probleme, günstig zu Geld zu kommen.

Die zu 100 Prozent staatliche Gesellschaft vermietet pro Jahr etwa 6,9 Mio. m2 Gebäudefläche und nimmt damit rund 620 Mio. Euro Miete ein (2007). Die Investitionen werden in den nächsten beiden Jahren durchschnittlich etwa 700 Mio. Euro betragen.
(apa/red)

30.12.2008 16:35