Fette Zeiten für Österreichs Sparschweine:
Haushalte schränken 2009 ihre Ausgaben ein
- Kräftig gespart wird bei Urlaub, Kleidern und Autos
- Mehr Geld wird nur für das Wohnen locker gemacht
UMFRAGE: Werden Sie den Gürtel enger schnallen?

·MEINUNG: Schnallen
Sie den Gürtel enger?
Werden Sie die Ausgaben
2009 stark einschränken?
·Nowotny: "Kein Grund
für Existenzängste"
Notenbankchef hofft auf Vertrauen in die Märkte
·AK & Caritas drängen
auf Mindestsicherung
Nach Einkommensbericht
ist nun die Politik gefragt
·Weinkonsum bleibt bisher krisenfest
Österreicher greifen
aber zu billigeren Weinen
·Erdgas wird nächstes Jahr etwas billiger
Einige Versorger geben Preissenkungen weiter
·50.000 Österreicher haben kein Girokonto
Armutskonferenz: Große Hürde der Problemlösung
Im Weihnachtsgeschäft war von Sparmaßnahmen noch kaum etwas zu spüren, dennoch haben sich die Österreicher für 2009 vorgenommen, ihre Ausgaben zu überdenken. Am stärksten ist die Sparneigung laut der neuesten Generali-Geldstudie beim Urlaub ausgeprägt. Hoch ist der Einsparungswille auch bei Mode und Bekleidung. Auch für das Autofahren wollen die Österreicher im kommenden Jahr deutlich weniger ausgeben. Dafür will man es sich daheim gemütlicher machen: Spitzenreiter unter den Mehrausgaben ist das Wohnen.
Bereits zum fünften Mal erhebt die Generali durch ein Marktforschungsinstitut, in welchen Bereichen die Bevölkerung niedrigere oder höhere Geldausgaben plant. Am stärksten ist die Sparneigung demnach beim Urlaub ausgeprägt: 24 Prozent der 1.000 in ganz Österreich befragten Personen, wollen 2009 die Ausgaben für ihren Urlaub einschränken. Das sind um 5 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Andererseits planen aber auch 15 Prozent für 2009 einen teureren Urlaub.
Hoch ist der Einsparungswille auch bei Mode und Bekleidung: Wollten im Vorjahr erst 11 Prozent bei ihrem Outfit den Rotstift ansetzen, so sind es nunmehr mit 22 Prozent doppelt so viele.
Eine deutliche Bremsspur zeigt sich bei den beabsichtigten Ausgaben für das Autofahren: 21 Prozent (Vorjahr: 11 Prozent) haben für ihre Mobilität weniger veranschlagt als vor einem Jahr.
Auto keine heilige Kuh mehr
Auch für Männer ist das Auto offenbar keine "heilige Kuh" mehr. Denn der Spar-Vorsatz ist jetzt bei beiden Geschlechtern annähernd gleich stark vorhanden (Männer: 22 Prozent, Frauen: 20 Prozent), während im Vorjahr noch ein krasses Ungleichgewicht (Männer 7 Prozent, Frauen 14 Prozent) gegeben war.
Während die "guten Vorsätze zum Jahreswechsel", sich künftig bei Alkohol, Tabak und Telefon/Internet einzuschränken, bereits traditionell sehr stark bekundet werden, scheint die Wirtschaftskrise nun das soziale Gewissen zu treffen: 2009 wollen 17 (9) Prozent weniger für Spenden und 16 (9) Prozent weniger für Geschenke ausgeben - ein Höchststand der letzten fünf Jahre.
Keine Reduktion, aber auch keine Erhöhung ihrer Ausgaben planen die Österreicher für ihre private Vorsorge: Jeweils 80 Prozent wollen im neuen Jahr sowohl in ihre private Gesundheitsvorsorge als auch in ihre Altersvorsorge gleich viel Geld investieren wie schon im Vorjahr.
Mehrausgaben beim Wohnen
Spitzenreiter bei den für 2009 beabsichtigten Mehrausgaben ist das Wohnen. Der Rückzug in die eigenen vier Wände erlebt in Zeiten der Wirtschaftskrise offenbar eine Renaissance. 16 Prozent wollen dafür mehr ausgeben als im Vorjahr. Bei den unter 30-Jährigen ist dieser Trend ganz massiv: 28 Prozent wollen es sich daheim noch gemütlicher machen.
Wesentlich freigiebiger als ihre älteren Mitbürger wollen die jungen Österreicher 2009 mit ihren Finanzen umgehen. Allerdings will ebenfalls ein Viertel mehr Geld in den Sparstrumpf stecken. 24 Prozent wollen auf so manchen "Glimmstängel" verzichten, 23 Prozent ihre Ausgaben fürs Telefonieren und fürs Internet reduzieren.
(apa/red)
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