Dienstag, 30. Dezember 2008

Börse Tokio schließt schlechtestes Jahr ab:
Nikkei-Index verbuchte heuer 42 % Verlust

  • Größter Einbruch in der Geschichte der Börse Tokio
  • Marktteilnehmer rechnen auch 2009 mit Problemen

Der Tokioter Aktienmarkt hat den Handel zum Jahresschluss mit festeren Notierungen beendet. An der Börse in Tokio ist für Investoren jedoch das bislang schlimmste Handelsjahr zu Ende gegangen. Der Nikkei-Index verbuchte 2008 im Sog der Weltwirtschaftskrise und des drastisch gestiegenen Yen den Rekordverlust von 42 Prozent, den größten in seiner 58-jährigen Geschichte.

Der Nikkei-225 Index stieg am Dienstag 112,39 Punkte oder 1,28 Prozent auf 8.859,56 Zähler. Der Topix Index schloss mit 859,24 Einheiten und einem Aufschlag von 4,47 Punkten oder 0,52 Prozent. Der Umsatz belief sich auf rund 566,15 (Vortag: 740,84) Mio. Aktien. 1.150 Kursgewinnern standen 424 -verlierer gegenüber. Unverändert notierten 139 Titel.

Fast sämtliche 33 Börsensektoren mussten 2008 bluten. "Das ist ein beispielloses Jahr, in dem wir von scharfen Gegenwinden erfasst wurden", sagte Börsenchef Atsushi Saito bei der Jahresendzeremonie. In Japan beginnt der Handel erst wieder am 5. Jänner 2009.

Leichte Gewinne des Dollar verhalfen Export-Werten wie Canon zu Kursgewinnen. Gleichzeitig konnten Öl- und Gaswerte auf ihre Vortagesgewinne aufbauen und weiter zulegen.

2009 dürfte hartes Jahr werden
Marktteilnehmer erwarten für 2009 ein hartes Jahr. Hoffnungen, dass weitere Pakete den Wirtschaftsabschwung aufhalten könnten, böten hingegen etwas Unterstützung. "Jeder knüpft seine Hoffnungen an Pakete in den USA und möglicherweise China, die den Markt weiter stützen dürften", erklärte Tomomi Yamashita, Fondsmanager bei Shinkin Asset Management. "Allerdings schauen die Anleger derzeit nicht so genau auf Faktoren wie Unternehmensgewinne, wie sie eigentlich sollten. Ob der Markt tatsächlich seinen Tiefpunkt durchschritten hat, werden wir erst im kommenden Frühjahr sehen."

Der Ölpreis baute im japanischen Handel seine Gewinne noch ein wenig aus. Die anhaltenden Angriffe Israels auf Gaza hatten den Preis am Montag teilweise deutlich ansteigen lassen. Der Öl- und Gaskonzern Inpex schoss um 5,1 Prozent auf 698.000 Yen in die Höhe.
(apa/red)

30.12.2008 11:29