Montag, 29. Dezember 2008

Autozulieferer Eybl vor Insolvenzrichter:
Konzernschulden liegen bei 115 Mio. Euro

  • Mehrere hundert Gläubiger und Beschäftigte betroffen
  • Zweitgrößte österreichische Insolvenz im Jahr 2008

Die schwere Autokrise und das vorläufige Platzen des Einstiegs eines ausländischen Investors hat den niederösterreichischen Autozulieferkonzern Eybl vor den Insolvenzrichter gebracht. Vor kurzem wurde der Ausgleich über die Eybl International AG und die Tochter Eybl Austria GesmbH angemeldet. Es ist die zweitgrößte österreichische Insolvenz 2008 und die mit Abstand größte in Niederösterreich.

Erste Angaben zur Dimension dieses Insolvenzfalles lieferte der Kreditschutzverband (KSV 1870): Die Insolvenzschulden liegen bei 115 Mio. Euro. Weil in den betroffenen Firmen Aktiva von 26,4 Mio. Euro vorhanden sind, beläuft sich die Überschuldung auf 88,6 Mio. Euro - davon 19,7 Mio. Euro bei Eybl International und 68,9 Mio. Euro bei der Eybl Austria.

Rund 300 Gläubiger betroffen
Eybl Austria beschäftigt laut Creditreform an den Standorten in Krems 342 und in Gmünd 63 Dienstnehmer, 80 sind es bei der Holding Eybl International. Das Kündigungsfrühwarnsystem (AMS) wurde bereits kurz vor Weihnachten aktiviert. Nach KSV-Angaben sind rund 300 Gläubiger betroffen.

Alexander Klikovits vom KSV rechnet mit einer raschen Verfahrenseröffnung. In diesen Zeiten müsse man schon "froh" sein, wenn ein Unternehmen einen geordneten Ausgleich eröffne und nicht Konkurs. Als wirtschaftliche Einheit betrachtet sind die Eybl-Ausgleiche mit einem bisherigen Schuldenstand von 115 Mio. Euro der zweitgrößte österreichische Insolvenzfall Österreichs im Jahr 2008. Angeführt wird die heurige Statistik von der Immobiliengruppe Stade (123 Mio. Euro).

Trauriger Rekordfall
Für Niederösterreich endete das Insolvenzjahr ebenso mit einem traurigen Rekordfall wie es begonnen hat: Am 3. Jänner 2008 musste über die Battenfeld Kunststoffmaschinenfirma Konkurs eröffnet werden. Zwei Tage vor Neujahr nun wurde über den Kremser Traditionsbetrieb Eybl der gerichtliche Insolvenzakt angelegt, die Insolvenzverbindlichkeiten sind hier fast viermal so hoch wie bei Battenfeld. (apa/red)

29.12.2008 12:29