Montag, 29. Dezember 2008

Austro-Fußball hat wenig zu befürchten:
Langfristige Sponsorenverträge aufrecht

  • Geld wurde stets solide und konventionell veranlagt
  • Austria Kärnten droht aber Gefahr von anderer Seite

Der österreichische Profi-Fußball wird von den Turbulenzen der weltweiten Wirtschaftskrise im schlimmsten Fall wohl nur gestreift. Banken als Großsponsoren sucht man bei den Clubs der Bundesliga vergeblich, beim ÖFB ist zwar Raiffeisen einer der wichtigsten Partner, diese Kooperation ist aber laut Generaldirektor Alfred Ludwig nicht gefährdet. "Wir haben mit Raiffeisen erst im August für zwei Jahre verlängert und unseren gesamten Sponsoren-Pool für das kommende Jahr unter Dach und Fach. Unser Budget ist gesichert", betonte der Wiener.

Der Niedergang der Börsenkurse stellt für den ÖFB kein Problem dar. "Wir haben seit zwölf Jahren eine Finanz-Richtlinie, wonach wir kein Geld in Aktien anlegen dürfen. Unsere Rücklagen sind traditionell veranlagt, deswegen können wir Gott sei Dank ruhig schlafen", sagte Ludwig.

Nicht nur der ÖFB, auch die große Mehrheit der österreichischen Profi-Vereine dürfte sich auf der sicheren Seite befinden, wie Bundesliga-Vorstand Georg Pangl erklärte. "Es schaut alles danach aus, dass wir ziemlich ungeschoren davonkommen", erklärte der Burgenländer. Schwer betroffen war bisher lediglich der DSV Leoben. Dessen nunmehriger Ex-Präsident Hans Linz musste mit seinem Unternehmen Finanzberatung GmbH Konkurs anmelden und trat am 17. Dezember zurück. "Ansonsten glaube ich aber nicht, dass es für einen Club wirklich gefährlich wird", meinte Pangl.

Austria Kärnten muss eher Verfahren fürchten
Die Kärntner Bank Hypo Group Alpe Adria, Namensgeber des Stadions von Austria Kärnten, hat zwar mit Problemen zu kämpfen, brenzlig könnte es für den Bundesligisten im Hinblick auf das bevorstehende Lizenzierungsverfahren aber eher aus anderen Gründen werden - etwa im Zuge des Konkursverfahrens gegen den FC Kärnten, der von der Klagenfurter Austria Millionen fordert, oder aufgrund des Wechsels von Clubchef Mario Canori vom BZÖ zur FPÖ.

Zwar ist auch der Auto-Zulieferer Magna von der Krise betroffen, auf ein Ende des Engagements von Frank Stronach beim Erstliga-Club Wiener Neustadt deutet nach den Angaben von Pangl derzeit jedoch nichts hin. "Es gibt keinerlei Signale, dass sich Stronach aus dem Fußball verabschieden könnte", sagte der Bundesliga-Vorstand.
(apa/red)

29.12.2008 14:10