Montag, 29. Dezember 2008

Rallye Dakar nimmt Kurs auf Südamerika:
Klassiker passiert auf 9.500 km die Anden

  • Erstmals findet Rallye nicht mehr in Westafrika statt
  • 3 Österreicher sind im großen Fahrerfeld vertreten

Nach der Absage der heurigen Auflage der legendären Rallye Dakar wegen Sicherheitsbedenken wird der Rallye-Extrembewerb ab 3. Jänner 2009 erstmals in Südamerika ausgetragen. Die rund 9.500 km lange Route durch Argentinien und Chile soll der traditionellen Strecke durch Afrika um nichts nachstehen. Im südamerikanischen Sommer werden die mehr als 500 Teams unter anderem in mehr als 4.700 Metern Höhe die Anden passieren oder die Atacama-Wüste durchqueren.

Bis zum 18. Jänner werden sich die Teams in Autos, Motorrädern, Quads und Trucks in 14 Tagesabschnitten mit der Natur messen. Start-und Zielort ist die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Allein die Wertungsprüfungen übertreffen mit insgesamt 5.656 Kilometern Länge die Distanz einer gesamten Formel-1-Saison, die längste Etappe führt über 837 Kilometer von Santa Rosa nach Puerto Madryn.

Als Topfavoriten auf den Sieg bei der Dakar 2009 gelten die VW-Teamkollegen Giniel de Villiers und Carlos Sainz. De Villiers belegte in der Dakar 2006 bereits den zweiten Platz. "Wir haben das ganze Jahr über unsere Hausaufgaben gemacht und das beste Paket geschnürt", ist sich der Südafrikaner sicher.

Anden werden Fahrern alles abverlangen
Der Spanier Carlos Sainz, dreifacher Sieger der Argentinien-Rallye, erwartet ein physisch anstrengendes Rennen. "Nach allem, was wir gehört haben, erwartet uns eine sehr harte Rallye mit noch höheren Temperaturen, als wir sie in Afrika erlebt haben. Wir haben Sand, wir haben Steine, wir haben Wüste und wir haben Wasser vor uns. Aber diese Bedingungen sind für alle gleich, und niemand kann von Erfahrungen profitieren", meinte der Ex-Rallye-Weltmeister.

Wegen der extremen Bedingungen und der dünnen Luft in den Anden wird das Thema "Fitness" eine entscheidende Rolle spielen. "Der Aspekt Höhe ist etwas Neues für alle Teams. Auf über 4.700 Metern wird nicht nur für die Motoren der Sauerstoff knapp. Wir haben viel Wert auf die körperliche Fitness gelegt", sagte de Villiers. "Denn nur mit perfekten Voraussetzungen hat man auch die nötige Konzentration, um Fehler zu vermeiden."

Drei Österreicher sind im großen Feld dabei, sie sollen mit ihrem Truck die Rennbetreuung der fünf KTM-Werksfahrer übernehmen. Peter Reif aus St. Wolfgang hat schon mehr als zehn Dakar-Einsätze absolviert, er steuert den MAN T4 Race Truck mit rund 700 PS. Mit an Bord sind Günter Pichlbauer als Navigator und Andreas Hölzl.
(apa/red)

29.12.2008 10:25