ETA zündelt erneut in Spanien: Autobombe explodiert vor Rundfunkgebäude in Bilbao
- Glücklicherweise keine Verletzten bei Bombenanschlag
- Zuvor war Warnung der Terrorgruppe eingegangen

Mutmaßliche Terroristen der baskischen Untergrund-Organisation ETA (Euskadi Ta Askatasuna/Baskenland und Freiheit) haben in der nordspanischen Stadt Bilbao eine Autobombe gezündet und erheblichen Sachschaden angerichtet. Verletzt wurde bei dem Anschlag aber niemand, wie die Polizei mitteilte.
Der in einem Lieferwagen versteckte Sprengsatz explodierte vor dem Hauptsitz des öffentlichen baskischen Rundfunks EITB. In dem Gebäude sind auch andere Medien wie die Zeitungen "El Mundo" und "Deia" sowie der private TV-Sender Antena 3 untergebracht. Die Fensterfront des Hauses wurde schwer beschädigt.
Eine Stunde vor der Detonation hatte es einen Warnanruf der ETA gegeben, wie das baskische Innenministerium mitteilte. Die Polizei hatte das Gebäude daraufhin geräumt und die Gegend abgesperrt. Auch ein nahe gelegener Busbahnhof wurde evakuiert.
Gestohlener Lieferwagen
Der für den Anschlag benutzte Lieferwagen war kurz zuvor von den Terroristen geraubt worden. Den Besitzer ließen sie an einen Baum gefesselt in einem Wald zurück. Das Handy des Mannes benutzten sie wohl auch für ihre telefonische Warnung. Er wurde später von der Polizei gefunden.
Erst Anfang Dezember hatte die ETA einen baskischen Unternehmer erschossen. Mit dem Mordanschlag hatte die Organisation auf die Festnahme ihres mutmaßlichen Anführers Mikel Garikoitz Aspiazu alias "Txeroki" reagiert, der zwei Wochen zuvor in Frankreich festgenommen worden war. Am 8. Dezember hatte die französische Polizei auch dessen Nachfolger, Aitzol Iriondo, gefasst.
Seit den 60er
Die ETA kämpft seit Ende der 60er Jahre mit Gewalt für ein unabhängiges Baskenland im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs. Mehr als 825 Menschen wurden seitdem getötet. Im Dezember 2006 hatte die ETA nach dem Scheitern von Friedensgesprächen mit der spanischen Regierung eine zuvor erklärte Waffenruhe aufgekündigt.
Seitdem gab es mehr als 20 Anschläge mit insgesamt sechs Toten. Am 30. Dezember 2006 wurde vor dem Madrider Flughafen Madrid-Barajas ebefalls eine Autobombe gezündet, dabei kamen zwei junge Ecuadorianer ums Leben.
(apa/red)
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