Schusswechsel bei Juwelier-Raub in Wien: Angestellte schoss freimal auf die Täter
- Verdächtiger und Komplize sind noch flüchtig
- Revolver des Besitzers lag geladen im Werkraum
Um einen Überfall abzuwehren, hat eine Mitarbeiterin eines Wiener Juweliers mehrmals auf ein Räuber-Duo geschossen. Einer der Täter wurde dabei möglicherweise getroffen, so die Polizei. Die beiden ca. 25 Jahre alten Männer - auch der vermutlich verletzte Räuber - liefen nach der Schießerei ohne Beute davon. Beide sind weiterhin flüchtig.
Die Frau hatte den Überfall auf das Schmuck- und Uhrengeschäft in der Linzer Straße in Penzing vom Werkraum aus über einen Spiegel beobachtet und zur Abwehr nach ersten Analysen drei Schüsse abgegeben, sagte Major Manfred Briegl. Der Besitzer habe in dem hinteren Raum unter dem Tisch einen geladenen Revolver aufbewahrt - das habe die Mitarbeiterin gewusst und sich bewaffnet.
Die Frau sah zunächst nur, wie die beiden Männer das Geschäft betraten und sich vom Juwelier Ringe und Ketten zur Ansicht vorlegen ließen. Währenddessen habe einer der Männer plötzlich eine Pistole gezogen und gedroht, so Briegl. Sein Komplize sprang daraufhin über den Verkaufstisch und lief in Richtung Werkraum.
Schüsse zur Abwehr
Dort wartete allerdings bereits die bewaffnete Mitarbeiterin, die zur Abwehr einen Schuss abgab. Laut Briegl ergriff der Täter im Werkraum sofort die Flucht, getroffen wurde er scheinbar nicht. Mit dem Revolver in der Hand ging die Frau weiter in den Verkaufraum und stieß dort auf den zweiten, ebenfalls bewaffneten Täter. Zweimal dürfte die Mitarbeiterin dort ein Projektil abgefeuert haben, eines könnte den Räuber verletzt haben. Blutspuren wurden allerdings nicht gefunden, so Briegl.
Auch der zweite Räuber ergriff nach den Schüssen die Flucht, zurück ließ er allerdings seine Pistole, die von der Polizei im Verkaufsraum vorgefunden wurde. Eine Spur auf die Täter hatte die Fahndung nicht gebracht. Der Revolver ist laut Polizei im rechtmäßigen Besitz des Juweliers. Er hat dafür einen Waffenpass, so Briegl.
Splitter und eine Patronenhülse am Boden des Geschäftes zeugten von dem Vorfall. Sonst gab es für die in den Abendstunden kaum vorhandenen Schaulustigen vor dem Gebäude wenig zu sehen.
(apa/red)
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