Stalin bei Russen immer noch "geliebt":
Ex-Diktator bei Umfrage ganz vorn dabei
- Jüngere Generation wissen kaum von Verbrechen
- Ursache: Angriff der Nationalsozialisten abgewehrt

Josef Stalin bleibt in Russland trotz der von ihm begangenen Grausamkeiten einer der beliebtesten historischen Persönlichkeiten. In einer Umfrage des staatlichen Fernsehens landete der berüchtigte Diktator auf dem dritten Platz. Sieger wurde Fürst Alexander Newski, der im 13. Jahrhundert einen Angriff von Rittern des deutschen Ordens zurückschlug, Zweiter Pjotr Stolypin, der als Ministerpräsident Anfang des 20. Jahrhunderts im Zarenreich die Agrarwirtschaft reformierte und gegen linke Revolutionäre vorging.
Die fast 30-jährige Herrschaft Stalins bis zu seinem Tod 1953 kostete Millionen von Menschen das Leben. Sie verhungerten während der Kollektivierung der Landwirtschaft, wurden als "Staatsfeinde" exekutiert oder starben in den als Gulag bekannten Zwangsarbeitslagern.
Menschenrechtler erklären die Beliebtheit Stalins vor allem damit, dass er die Sowjetunion im zweiten Weltkrieg erfolgreich gegen den Angriff der Deutschen Wehrmacht verteidigte. Vor allem jüngere Russen hätten dagegen kaum Kenntnisse über die grausame Kehrseite seiner Herrschaft. Die kommunistischen Anhänger Stalins erinnern zudem gerne daran, dass Russland unter Stalin zu einer Supermacht und Industrienation aufstieg.
(apa/red)
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