'Kampf der Kulturen'-Autor ist verstorben:
Politikwissenschaftler Huntington wurde 81
- Lehrte jahrzehntelang an der Universität Harvard
- Beisetzung im familiären Kreis auf Martha's Vineyard

Im Alter von 81 Jahren ist der amerikanische Politikwissenschafter Samuel Huntington gestorben. Der Autor des kontrovers diskutierten Buchs über den "Kampf der Kulturen" ("The Clash of Civilizations") starb bereits am Mittwoch auf der Insel Martha's Vineyard, wie die Harvard-Universität mitteilte.
Huntington wurde am 18. April 1927 in New York als Sohn eines Publizisten und einer Schriftstellerin geboren. Bereits mit 18 Jahren hatte er einen Abschluss der renommierten Yale-Universität in der Tasche. 1949 begann er, in Harvard zu lehren. "Es ist für mich schwierig, mir eine lohnendere oder angenehmere Berufslaufbahn vorzustellen, als hier zu lehren", schrieb er vergangenes Jahr anlässlich seines Ausscheidens aus dem Lehrbetrieb nach 58 Jahren.
Zu den Schwerpunkten seiner Arbeiten gehörten das amerikanische Regierungssystem und militärpolitische Strategien. In seinem 1996 erschienenen bekanntesten Werk vertrat er die These, dass nicht mehr Ideologien, sondern kulturelle und religiöse Unterschiede die Konflikte in der Ära nach dem Kalten Krieg prägen würden. Der "Kampf der Kulturen" wurde in 39 Sprachen übersetzt.
Insgesamt schrieb Huntington 17 Bücher. In seinem 1969 erschienenen Werk "Political Order in Changing Societies" beschäftigte er sich mit der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Dritten Welt.
Nach Angaben der Ehefrau Nancy Arkelyan Huntington war der verstorbene Politikwissenschafter zeitlebens ein Demokrat. Huntington soll bei einer Trauerfeier im familiären Kreis auf Martha's Vineyard beigesetzt werden.
(apa/red)
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