Mittwoch, 24. Dezember 2008

"Barbie" mittlerweile in der Midlife-Crisis: Puppe erhält zu ihrem 50er Auffrischungskur

  • Mattel-Kultpüppchen soll klareres Image erhalten
  • Älteren Mädchen gingen als Käuferinnen verloren

Die "Barbie"-Puppe soll rechtzeitig zu ihrem 50. Geburtstag im nächsten Jahr eine umfangreiche Auffrischungskur bekommen. Der weltgrößte Spielwarenkonzern Mattel will angesichts erfolgreicher "Barbie"-Konkurrentinnen und schwächelnder Verkaufszahlen besonders wieder mehr Mädchen über acht Jahre für seinen Klassiker begeistern. "Wir haben ein komplettes Marktsegment verloren, die älteren Mädchen", sagte Mattels neuer "Barbie"-Chef Richard Dickson dem "Wall Street Journal.

Dem US-Spielwarenriesen setzt besonders die Konkurrenz-Puppenserie "Bratz" des amerikanischen Wettbewerbers MGA zu. Der Puppen-Streit beschäftigt sogar die Gerichte: Mattel wirft MGA Urheberrechtsverletzungen vor. Der "Bratz"-Designer sei noch für Mattel tätig gewesen, als er seine Entwürfe für die großäugige, frech aussehende "Barbie"-Rivalin dem Konkurrenten vorlegte und dorthin wechselte. Der scharfe Wettbewerb habe Mattel getroffen, räumte Dickson der Zeitung zufolge ein. Die 2001 gestarteten "Bratz"-Puppen sind besonders bei größeren Mädchen erfolgreich.

Klares Image
Mattel will "Barbie" künftig ein klareres Image verpassen. "Man könnte sagen, dass wir vom Weg abgekommen sind", sagte der erst seit Herbst amtierende "Barbie"-Chef Dickson. So soll dem Bericht zufolge die verwirrende Vielzahl von Logos der Marke ein Ende haben.

Im zu Ende gehenden Jahr erwarten Analysten für "Barbie" stagnierende Erlöse - zuletzt waren sie sogar zeitweise rückläufig. Mit laut "Wall Street Journal" geschätzten Einnahmen von 1,2 Milliarden US-Dollar (857 Mio. Euro) steht die Marke "Barbie" für rund ein Fünftel aller Mattel-Umsätze.

(apa/red)

24.12.2008 18:47