Tödliche Wirkung des Madoff-Skandals:
Fondsmanager schlitzt sich Pulsadern auf
- Investmentfonds von ihm verlor 1,4 Milliardern
- Dem 65-Jährigen drohten Klagen von Anlegern

·Madoff-Opfer wollen Bank Austria klagen
AdvoFin prüft Unterlagen über Milliarden-Betrug
·Fußfesseln für den Milliarden-Betrüger
US-Gericht verhängt Hausarrest über Madoff
Ein prominenter Fondsmanager hat sich nach einem Milliardenverlust im Zusammenhang mit dem Betrugsskandal um den US-Investor Bernard Madoff in seinem New Yorker Büro auf der noblen Madison Avenue 509 das Leben genommen. Rene-Thierry Magon de la Villehuchet hatte sich beide Handgelenke aufgeschnitten. Der von ihm gegründete Investmentfonds Access International Advisors verlor durch den Madoff-Skandal 1,4 Milliarden Dollar.
Auf dem Boden lag laut Polizei ein Teppichmesser, und auf dem Schreibtisch befand sich eine Dose mit Schlaftabletten. De la Villehuchet hatte Reinigungskräfte aufgefordert, die Büros früher zu verlassen, da er noch spät arbeiten wollte. Dem 65-jährigen Fondsmanager drohten möglicherweise Klagen von Anlegern, die die Sorgfaltspflicht im Zusammenhang mit den Madoff-Investments in Frage stellten.
Aristokratische Familie
Der Fondsmanager entstammte einer traditionsreichen aristokratischen französischen Familie. Der Familienteil der Magon ist auch namentlich auf dem 1806 errichteten "Arc de Triomph"e in Paris erwähnt. De la Villehuchet war auch in Europas Oberschicht bestens vernetzt. Zu seinen Finanzvermittlern zählte beispielsweise Philippe Junot, ein französischer Geschäftsmann und Ex-Mann von Prinzessin Caroline von Monaco.
Wegen Verdachts auf massiven Betrug war der Investor Madoff in der vorvergangenen Woche verhaftet worden. Er soll Investoren, die ihr Geld bei ihm anlegten, hohe Renditen versprochen haben. Die Renditen wurden in einem Schneeballsystem mit Geldern neuer Anleger finanziert. US-Ermittler befürchten einen Schaden von bis zu 50 Milliarden Dollar.
(apa/red)
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