Montag, 22. Dezember 2008

Autoindustrie kann auf Faymann hoffen:
Staatsmittel für Forschung und Ausbildung

  • Mit Programm sollen Kündigungen verhindert werden
  • Konkrete Ergebnisse erst am Autogipfel im Jänner

Die Regierung will die angeschlagene Autoindustrie durch staatliche Mittel für Forschung und Entwicklung sowie durch die Unterstützung der Mitarbeiter-Ausbildung unterstützen und so Kündigungen vermeiden. Österreich solle zu einem "Kompetenzzentrum" für moderne Motoren, Logistikkonzepte und alternative Treibstoffe werden, sagte Faymann.

Die von der Industrie geforderte "Verschrottungsprämie" für alte Autos hält er nur für sinnvoll, wenn es eine europaweit abgestimmte Vorgehensweise geben sollte. Diese Prämie soll den wegen der Wirtschaftskrise rückläufigen Verkauf neuer Autos ankurbeln. Hier gebe es aber noch einiges zu klären, betonte Faymann unter Verweis auf möglich negative "Mitnahmeeffekte". "Wenn man diese Maßnahme in ganz Europa setzen würde, dann hätte Österreich etwas davon, weil wir sehr stark mit der deutschen Autoindustrie, zum Beispiel in Bayern, vernetzt sind", sagte Faymann. Daher würde sich Österreich an einer europaweiten Initiative beteiligen. Einen Alleingang müsste man sich aber "sehr genau überlegen".

Kündigungen vermeiden
Auf jeden Fall geplant sind laut Faymann allerdings Maßnahmen, um wegen des Auftragsrückgangs in der Autoindustrie drohende Kündigungen zu vermeiden. Bereits jetzt können die betroffenen Unternehmen ihre Mitarbeiter in "Kurzarbeit" schicken. Der Einkommensverlust wird dann teilweise vom Arbeitsmarktservice ausgeglichen. Damit sollen "Auftragslücken" überbrückt werden, ohne dass die Unternehmen Arbeiter kündigen müssen. "Das kann man natürlich nicht endlos lange verlängern, aber es wird einige Verlängerungen geben", kündigte Faymann an.

Als zweiten Schritt überlegt die Regierung die Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen durch das Arbeitsmarktservice. Damit könnten Mitarbeiter von vorübergehend nicht ausgelasteten Unternehmen ihre Arbeitszeit reduzieren, um eine vom Arbeitsmarktservice finanzierte Ausbildung zu absolvieren. Konkrete Modelle sollen beim Autogipfel im Jänner vorliegen, so Faymann.
(apa/red)

22.12.2008 16:19