Nächster Skandal um marode US-Banken: Weihnachtsgelder mit Staatshilfe finanziert
- Fast 1,6 Milliarden Dollar fließen extra an Manager
- Finanzausschuss-Chef spricht von "Bestechungsgeld"

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Mega-Rettungspaket von 800 Mio. Dollar soll helfen
Etliche US-Banken, die um Hilfe aus dem milliardenschweren staatlichen Rettungspaket gebeten haben, ließen ranghohen Mitarbeitern im vergangenen Jahr noch Boni und andere Vergünstigungen in Höhe von fast 1,6 Mrd. Dollar (1,148 Mrd. Euro) zukommen.
Selbst Finanzinstitute, die eigentlich wegen schlechter Zahlen vor den miserablen wirtschaftlichen Entwicklungen hätten gewarnt sein müssen, zeigten sich ihren Managern gegenüber großzügig, wie aus Recherchen der Nachrichtenagentur AP hervorgeht.
Zu den Leistungen für fast 600 Führungskräfte gehörten demnach Barprämien, Aktienoptionen, die private Nutzung von Firmenjets und Chauffeuren, Clubmitgliedschaften und die Inanspruchnahme von Finanzberatern. Die Gesamtsumme könnte die Finanzhilfen für etliche der Banken decken, die bisher Steuergelder aus dem Rettungspaket erhalten haben. Insgesamt gingen bisher Nothilfen in Höhe von 188 Mrd. Dollar an 116 Finanzinstitute.
"Bestechungsgelder"
Der demokratische Vorsitzende des Finanzausschusses im Kongress, Barney Frank, erklärte, die Führungskräfte müssten offenbar mit Bestechungsgeldern dazu animiert werden, den Job zu machen, für den sie im übrigen bezahlt würden. Unter den höchstbezahlten Menschen in Führungspositionen seien offensichtlich welche, die "zusätzliches Geld brauchen, um motiviert zu werden".
AP stellte die Vergünstigungen anhand von Unterlagen zusammen, die die Banken jährlich bei der Börsenaufsicht SEC einreichen. Jede der Führungskräfte erhielt demnach im Schnitt 2,6 Mio. Dollar an Gehalt, Boni und Vergünstigungen. Der Vorstandschef von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, konnte sich im vergangenen Jahr über fast 54 Mio. Dollar freuen, die fünf Spitzenmanager der Großbank erhielten insgesamt 242 Mio. Dollar.
Millionenschwere Gehälter
Der Vorstandsvorsitzende der Finanzgruppe Capital One, Richard Fairbank, erhielt Aktienoptionen im Wert von 17 Mio. Dollar. Und an den Chef von Merrill Lynch, John Thain, ging im vergangenen Jahr ein Gehalt von 83 Mio. Dollar. Wie Goldman Sachs erhielt Merril Lynch im Oktober zehn Mrd. Dollar an Steuergeldern aus dem Banken-Rettungspaket.
(apa/red)

