Weihnachtswünsche kommen aus Teheran:
Ahmadinejad richtet Gruß an die Christen
- Irans Präsident empfiehlt Besinnung auf die Religion
- Sender nach kontroversieller Ausstrahlung kritisiert
In einer Ansprache, die der britische Privatsender Channel 4 als "Alternativprogramm" zur traditionellen Weihnachtsbotschaft von Königin Elizabeth II. ausstrahlt, hat der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad den Christen ein friedliches neues Jahr gewünscht und den Regierungen eine größere Besinnung auf religiöse Werte empfohlen. Wenn Jesus heute auf der Welt wäre, würde er gegen "Kriegstreiber, Besatzer, Terroristen und Tyrannen" vorgehen, heißt es in dem im Voraus veröffentlichten Redetext. "Er würde ohne Zweifel gegen die tyrannische Politik der vorherrschenden, globalen wirtschaftlichen und politischen Systeme kämpfen."
Der israelische Botschafter in London, Ron Prosor, nannte die Ansprache "geschmacklos und eine pervertierte Ironie". Der Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell sagte, Ahmadinejad sei einer der "blutrünstigsten Tyrannen der Welt". Mehrere Verbände kritisierten die Rede als Legitimierung eines Politikers, der die Menschenrechte missachte. Der Sender Channel 4 erklärte dagegen, er wolle ein alternative Weltanschauung zeigen. Die Beziehungen zwischen dem Westen und dem Iran würden 2009 eine entscheidende Rolle spielen, weshalb Ahmadinejad ausgewählt worden sei.
Der Sender, der sich privat finanziert, aber einen öffentlichen Auftrag hat, hat mit seinen jährlichen "alternativen" Weihnachtsansprachen schon öfter für Wirbel gesorgt. In diesem Jahr sollte die Botschaft aber ausnahmsweise nicht gleichzeitig mit der Ansprache der Queen, die von BBC und ITV übertragen wird, gesendet werden, sondern einige Stunden später.
(apa/red)
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