Donnerstag, 25. Dezember 2008

Israel bereitet sich auf Militärschlag vor:
Truppen nach Raketenangriffen mobilisiert

  • "Können diese Situation nicht länger akzeptieren"
  • Livni traf ägyptischen Präsidenten Mubarak in Kairo

Angesichts der andauernden Raketenangriffe militanter Palästinenser auf das israelische Grenzgebiet bereitet Israel harte Militärschläge gegen die radikal-islamische Hamas vor. Die israelische Außenministerin Tzipi Livni sagte nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak in Kairo, Israel könne die ständigen Raketenangriffe aus dem Gaza-Streifen nicht mehr dulden.

Die israelische Armee hatte zuvor - knapp eine Woche nach dem Ende einer Waffenruhe zwischen Israel und zwölf militanten Palästinenserfraktionen - grünes Licht für eine Serie von Operationen im Gaza-Streifen erhalten, wie israelische Medien berichteten. Geplant seien schwere Luftangriffe auf Ziele der Hamas und des Islamischen Jihad sowie punktuelle Bodeneinsätze, hieß es.

Eine Wiederbesetzung des Gazastreifens sei von Israel nicht vorgesehen, berichteten die Medien unter Berufung auf Militärs. Man wolle schrittweise den Druck erhöhen, um die Hamas zum Stopp der Raketenangriffe zu zwingen. Die Einsätze sollten beginnen, sobald das Wetter dies erlaube. Militante Palästinenser setzten auch ihre Angriffe auf Israel fort.

"Es reicht"
"Es reicht", sagte Livni nach Angaben ihres Büros nach dem Treffen mit Mubarak. "Wir können diese Situation nicht länger akzeptieren, und sie wird sich ändern." Die Hamas als herrschende Macht im Gaza-Streifen müsse verstehen, "dass ihre Entscheidungen einen Preis haben", sagte die Ministerin. Auch der Ministerpräsident Ehud Olmert sagte in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit arabischen Fernsehsender "Al Arabiya", er würde nicht zögern, die ganze Macht Israels einzusetzen, um die Hamas anzugreifen.

Mubarak will kalmieren
Mubarak forderte indes beide Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf. Israel ersuchte er, die Bewohner des Gaza-Streifens nicht kollektiv zu bestrafen. Ägypten hatte sich besorgt über die humanitäre Situation der Bevölkerung geäußert. Israel hält den Gaza-Streifen wegen der Raketenangriffe seit mehr als sieben Wochen fast durchgängig abgeriegelt. Livni traf nach dem eineinhalbstündigen Gespräch mit Mubarak auch den ägyptischen Geheimdienstchef Omar Suleiman, um über die Zuspitzung der Lage sprechen.

Militante Palästinenser hatten nach Angaben der Armee 40 Kassam-Raketen und 44 Mörsergranaten auf Israel abgefeuert. Es gab keine Verletzten, zahlreiche Menschen erlitten jedoch einen Schock. Die Hamas-Organisation, die im Juni 2007 gewaltsam die Kontrolle im Gazastreifen übernommen hatte, erklärte, die Angriffe seien eine Antwort auf den Tod dreier ihrer Kämpfer am Dienstagabend bei einem Feuergefecht mit israelischen Soldaten am Nordrand des Gazastreifens.

(apa/red)

25.12.2008 16:37