Mittwoch, 24. Dezember 2008

Israel sagt Lieferung für Gazastreifen ab:
Hamas-Raketenangriffe verhindern Öffnung

  • Zuvor wurden Lieferungen von Barak angekündigt
  • Gab mit dieser Zusage internationalem Druck nach

Angesichts neuer massiver Raketenangriffe aus dem Gazastreifen hat Israel die geplante Öffnung der Grenzen für Hilfslieferungen wieder abgesagt. Ein israelischer Militärsprecher sagte, die Grenzen sollten wegen der Angriffe geschlossen bleiben.

Seit den frühen Morgenstunden sind nach israelischen Angaben zwischen zwölf und 15 Kassam-Raketen und Mörsergranaten im israelischen Grenzgebiet eingeschlagen. Auch die Küstenstadt Ashkelon sei von den Angriffen betroffen. Berichte über Verletzte lagen nicht vor. Eines der Geschosse habe jedoch ein Gebäude in einem Kibbuz nahe des Gazastreifens beschädigt, hieß es.

Zuvor hatte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak einer teilweisen Öffnung der Grenzübergänge zum Gazastreifen für Hilfslieferungen zugestimmt. Drei Übergänge sollten für Lastwagen unter anderem mit Kochgas in das Palästinensergebiet geöffnet werden.

Drängen der internatioanlen Gemeinschaft
Nach israelischen Medienberichten entsprach Barak damit dem Drängen der internationalen Gemeinschaft, die sich besorgt über die humanitäre Lage in dem von der radikal-islamischen Hamas beherrschten Gazastreifen äußerte. Israel hat das Gebiet wegen der Raketenangriffe seit sieben Wochen fast durchgängig abgeriegelt.

Die Hamas hatte sich zur Erneuerung einer Waffenruhe mit Israel bereit erklärt. Die am 19. Juni zwischen Israel und zwölf militanten Palästinenserfraktionen im Gazastreifen vereinbarte Waffenruhe war am Freitagmorgen zu Ende gegangen. Die radikale Gruppe Islamischer Jihad hat seitdem Dutzende von Kassam-Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert.
(apa/red)

24.12.2008 09:00