Montag, 22. Dezember 2008

Beispiellose Flutkatastrophe: Was bei dem tödlichen Tsunami im Jahr 2004 geschah

  • Anfangs war in Meldungen von "neun Toten" die Rede
  • 250.000 Todesopfer: 86 davon waren aus Österreich

In den ersten Medienberichten am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 war noch von neun Toten die Rede: "Bei einem heftigen Erdbeben auf der indonesischen Insel Sumatra sind am Sonntag mehrere Menschen ums Leben gekommen. Neun Menschen ertranken in den vom Erdstoß ausgelösten Flutwellen", lautete die erste Eilt-Meldung der APA am 26. Dezember 2004. Vier Jahre danach geht man von 250.000 Menschenleben aus, die dem Tsunami in Südasien und Ostafrika zum Opfer gefallen sind.

Exaktere Zahlen vermag bis heute niemand zu nennen, unter den Toten befinden sich auch 86 Österreicher. Die Flutwelle hat einen Gesamtschaden von fast zehn Milliarden US-Dollar (6,8 Mrd. Euro) angerichtet. Im Folgenden eine Chronologie der ersten zehn Tage nach der Katastrophe:

26. Dezember:
Kurz nach 3.00 Uhr MEZ treffen erste Meldungen ein, laut denen die
indonesische Insel Sumatra von einem Erdbeben erschüttert wurde.

Eineinhalb Stunden später ist von neun Toten durch eine Flutwelle
die Rede. Gegen Mittag werden mehr als 3.000 Tote gemeldet, die
Hälfte davon aus Sri Lanka.

27. Dezember:
Es wird bekannt, dass durch das schwerste Beben seit 40 Jahren und
die dadurch ausgelöste Flutwelle 20.000 Menschen ums Leben
gekommen sind, unter ihnen auch Österreicher. Die UNO spricht von
einer "Katastrophe ohne Beispiel".

Am Nachmittag treffen Meldungen ein, dass die Flutwelle auch in
Ostafrika Hunderte Menschen getötet hat.

Rückholaktionen für verletzte Österreicher aus Thailand laufen an. Am
Abend kehren die ersten Urlauber aus der Katastrophenregion zurück,
darunter einige Verletzte. Das Außenministerium bestätigt vier tote
Österreicher.

28. Dezember:
Es wird geschätzt, dass durch die Flutwelle insgesamt 55.000 Menschen
umgekommen sind. Laut dem Außenministerium in Wien gibt es fünf tote
Österreicher.

30. Dezember:
Etwa 100 Österreicher dürften laut Außenministerium in Thailand die
Katastrophe nicht überlebt haben.

31. Dezember:
Fünf Tage nach der Katastrophe wird die Gesamtzahl der Toten mit
140.000 angegeben. Das Außenministerium sucht 800 Österreicher in der
Region.

2. Jänner:
490 Österreicher gelten als vermisst. Laut Außenministerin Plassnik
muss man sich darauf vorbereiten, dass mehrere hundert von ihnen tot
sind.

4. Jänner:
Der Tod von zehn Österreichern ist bestätigt, 443 gelten als
vermisst.

Thailands Chefmeteorologe wird entlassen, weil er nicht rechtzeitig
vor dem Tsunami warnte.

5. Jänner:
EU-weit werden drei Schweigeminuten zum Gedenken an die Flutopfer
abgehalten.

Erst am 29. November 2005 steht fest, dass der Tsunami insgesamt 86 Österreicher bzw. Menschen mit Bezug zur Alpenrepublik das Leben gekostet hat. Laut dem Innenministerium gibt es zwei Vermisste.

(apa)

22.12.2008 13:37