Montag, 22. Dezember 2008

Vier Jahre nach verheerendem Tsunami: "Nachbar in Not"-Hilfe fast abgeschlossen

  • Insgesamt wurden 32,6 Millionen Euro investiert
  • 250.000 Menschen verloren bei Katastrophe ihr Leben

Knapp vier Jahre ist es her, seit ein verheerender Tsunami in der Weihnachtszeit in Südasien etwa 250.000 Menschen das Leben gekostet hat. Zertrümmerte Dörfer, Schlammlawinen und Straßen, die plötzlich im Meer endeten, prägten in den Wochen und Monaten danach die Bilder in den Medien. "Beeindruckend ist, dass nun in großen Teilen der Alltag wieder eingekehrt ist", zog Christoph Petrik-Schweifer, Vorstandsvorsitzender der "Nachbar in Not"-Hilfsaktion bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem ORF, dem Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) und Care Bilanz über die so gut wie abgeschlossenen Maßnahmen.

"Es ist noch nie so viel Geld in so kurzer Zeit gespendet worden", so Jörg Ruminak, ORF-Koordinator der Aktion. 32,6 Millionen Euro wurden seit der Katastrophe am 26. Dezember 2004 für die "Nachbar in Not"-Hilfe in Österreich gespendet. 7,6 Millionen davon wurden in Indonesien, Indien, Ski Lanka und Thailand für Überlebensmaßnahmen wie Nahrung, Wasser und Kleidung verwendet, mit 1,5 Millionen Euro wurden Notunterkünfte finanziert. 1,3 Millionen Menschen konnten mit Lebensmitteln versorgt und 4.000 Hütten errichtet werden.

Zu Beginn gestalteten sich die Hilfsmaßnahmen in den Krisengebieten mehr als schwierig - besonders in den Bürgerkriegsregionen Sri Lankas, betonte Michael Opriesnig vom ÖRK. "Punktuell war sie tatsächlich in den ersten Monaten kaum zu bewältigen". Ganze Familien wurden ausgelöscht, Gemeinden zerrissen und Lebensgrundlagen völlig zerstört.

Nachhaltige Hilfe
Nicht nur Überlebensmaßnahmen, Ziel von "Nachbar in Not" war vor allem eine nachhaltige Hilfe für das Schaffen neuer Lebensperspektiven, betonte Petrik-Schweifer. Dabei sei es in einzelnen Regionen auch zu grundlegenden Veränderungen gekommen - Frauen wurden erstmals neben ihren Ehemännern in Grundbücher eingetragen, Bootsgemeinschaften für Fischer, die früher nur als Tagelöhner auf fremden Schiffen arbeiten konnten, entstanden. Insgesamt wurden mit dem Budget von 17,8 Millionen Euro Häuser für 4.700 Familien errichtet. Neue Schulen, Waisenhäuser und Spitäler wurden dank Spendengeldern in der Höhe von 4,4 Millionen Euro gebaut bzw. restauriert. "Wenn man heute durch Banda Aceh fährt, erkennt man es nicht wieder", erzählte Opriesnig.

Unterstützt wurden auch psychosoziale Projekte, um das Trauma in der Bevölkerung zu verarbeiten. 1,3 Millionen Euro investierte "Nachbar in Not" in Maßnahmen, bei denen sich Betroffene beispielsweise in einer Radio-Oper, bei einem Wander-Theater sowie bei Mal- und Sportaktionen mit dem Tsunami auseinandersetzen konnten.

(apa/red)

22.12.2008 13:42