Montag, 22. Dezember 2008

Terroristen-Rückzugsgebiet bombardiert: Sieben Tote bei US-Luftangriff in Pakistan

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Im Nordwesten Pakistans sind bei einem vermutlich weiteren US-Raketenangriff nach Angaben von Sicherheitskreisen mindestens acht Menschen getötet worden. Vor dem Angriff am Montag sei eine unbemannte Drohne über dem Dorf Kari Khel gekreist, berichtete ein Sicherheitsbeamter, Bakht Janan. Mehrere Stunden später seien Raketen abgefeuert worden, wobei ein Fahrzeug und ein Haus zerstört worden seien.

Dabei wurden den Angaben zufolge jeweils vier Menschen getötet. Augenzeugen berichteten, von dem zerstörten Fahrzeug aus sei zuvor mit einer Flugabwehrkanone auf die Drohne geschossen worden.

Stammesgebiete
Die quasi-autonomen Stammesgebiete nahe der afghanischen Grenze gelten unter anderem als Rückzugsgebiete für Kämpfer der Taliban und des Terrornetzwerks Al-Kaida. US-Streitkräfte oder Geheimdienste haben im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet seit August mehr als 30 Luftangriffe auf mutmaßliche Verstecke von Terroristen geflogen, zumeist mit unbemannten Drohnen. Die Einsätze werden in Washington in der Regel weder dementiert noch bestätigt. Pakistan verurteilt die Luftangriffe regelmäßig; das Klima zwischen Islamabad und Washington wird von den wiederholten Luftangriffen belastet.

Der pakistanische Innenminister Rehman Malik machte unterdessen am Montag die Al-Kaida nahestehende Extremistengruppe Lashkar-e-Jhangvi für einen Bombenanschlag auf das Marriott-Hotel in Islamabad Ende September mitverantwortlich. Bei dem Anschlag kamen 53 Menschen ums Leben, 270 wurden verletzt. Es war das erste Mal seit dem Anschlag, dass die Regierung einer speziellen Gruppen die Verantwortung dafür zuwies.

Druck auf Pakistan
Die indische Regierung forderte unterdessen die internationale Gemeinschaft auf, mehr Druck auf die benachbarte Atommacht Pakistan auszuüben. "Diese Terroristen-Infrastruktur in Pakistan ist die größte terroristische Bedrohung für Frieden und Sicherheit der gesamten zivilisierten Welt", sagte Außenminister Pranab Mukherjee am Montag in Neu-Delhi. "Es gab bisher einige Anstrengungen der Internationalen Gemeinschaft, aber das ist nicht genug."

Mukherjee sagte, nicht nur müssten die Drahtzieher der Terrorserie von Bombay (Mumbai) gefasst werden, die nach indischen Erkenntnissen in Pakistan sind. Es müsse auch dafür gesorgt werden, dass solche Terrorangriffe in Zukunft nicht mehr vorkämen. "Wir erwarten von der zivilen Regierung Pakistans, effektive Schritte gegen Elemente in Pakistan zu unternehmen, die weiterhin Terrorismus als ein Instrument staatlicher Politik einsetzen."
(apa/red)

22.12.2008 17:31